TV-Anwalt Posch bei Mordprozess in Fulda Verteidiger

18. August 2014
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Fulda

Ein 69-Jähriger aus Bebra soll Anfang des Jahres seine Frau mit einem Gewehr in den Kopf geschossen haben. Dafür steht er nun vor dem Fuldaer Landgericht. Der Angeklagte bestreitet dies. Es sei ein Unfall gewesen, behauptet er. Sein Verteidiger ist ein Prominenter: Christopher Posch, TV-Anwalt auf RTL.

Die Anklage ist schwerwiegend. „Sie stehen unter Verdacht, heimtückisch einen Menschen getötet zu haben“, wirft Staatsanwalt Andreas Hellmich dem 69-Jährigen vor. Mit einem Gewehr, einer sogenannten Repetierbüchse, soll der Angeklagte diesen Februar seiner Frau im Schlaf in den Kopf geschossen haben.

„Mein Mandant ist mit Sicherheit kein Mörder“, entgegnet der Verteidiger Christopher Posch, der aus diversen RTL-Sendungen bekannt ist. Es sei ein Teil einer jahrzehntelangen Tragödie gewesen, fügt er hinzu. Dies bestätigt auch der Angeklagte selbst. Immer wieder habe ihm seine Frau vorgeworfen, sie betrogen zu haben. Dies sei allerdings nie der Fall gewesen, erklärt er. Sie habe gar einen Privatdetektiv auf ihn angesetzt, ohne Ergebnis.

Insgesamt sieben Mal soll sie ihm bereits vorher mit einem Messer gedroht haben. Der Angeklagte beschreibt den Tathergang als Unfall. In der Tatnacht sei es mehrmals zum Streit gekommen. Drei Mal stand die Frau mit einem Messer vor ihm. Immer wieder warf sie dem 69-Jährigen vor, sie betrogen zu haben. Beim letzten Mal am frühen Morgen habe sie sogar zugestochen, jedoch nur in ein vorgehaltenes Kissen.

Der Angeklagte wollte sich kurz darauf auf den Weg auf die Jagd machen, hatte deswegen in dem Moment sein Gewehr in der Hand. Auf dem Weg ins Schlafzimmer sei seine Frau gestolpert und aufs Bett gefallen. „Urplötzlich gab es einen fürchterlichen Knall und alles war voller Blut“, berichtet der Bebraer. Er sei über sie gefallen, dabei müsse der Schuss gefallen sein, behauptet der Angeklagte. „Ich hatte die Waffe nicht geladen, sie muss geladen im Waffenschrank gestanden haben“, erklärt er.

Immer wieder stockte ihm während der Verhandlung der Atem, brach mehrmals in Tränen aus. „Sie müssen mir glauben, dass ich meine Frau geliebt habe“, beteuert er abschließend. Der Prozess wird am 2. September fortgeführt. Dann soll die Staatsanwaltschaft Zeit für Nachfragen bekommen. Zudem sind für den Tag Zeugen geladen werden, die unter Umständen Licht ins Dunkle bringen können.

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