Viereinhalb Jahre Haft für 54-jährigen Künzeller (mit Video)

10. September 2014
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Fulda

Im Prozess um einen 54-jährigen Mann aus Künzell ist am heutigen Mittwoch gegen 12 Uhr am Landgericht das Urteil verkündet worden. Der Angeklagte muss wegen gefährlicher Körperverletzung viereinhalb Jahre ins Gefängnis.

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme stand zur Überzeugung der Strafkammer des Landgerichts fest, dass der Angeklagte am 11. Januar 2014 im Treppenhaus eines Wohnhauses am Aschenberg in Fulda seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und deren männlichen Begleiter mit einem Klappmesser angegriffen und erheblich verletzt hat.

Das Motiv der Tat sah die Kammer in der Eifersucht des Angeklagten und den vorangegangenen Streitigkeiten der Eheleute. In dem männlichen Begleiter der Ehefrau habe der Angeklagte den neuen Partner seiner Ehefrau vermutet, so der Vorsitzende Richter Josef Richter in seiner Urteilsbegründung. Er sah in der Tat das dramatische Ende einer gescheiterten Beziehung.

Damit habe sich der Angeklagte einer gefährlichen Körperverletzung in zwei tateinheitlichen Fällen schuldig gemacht. Nach Überzeugung des Gerichts handelte der Angeklagte mit bedingtem Tötungsvorsatz, dieser nahm also den Tod seiner Ehefrau sowie des männlichen Begleiters billigend in Kauf.

Von einem versuchten Mord sei der Angeklagte indes durch das freiwillige Aufgeben der Tatausführung strafbefreiend zurückgetreten. Deshalb habe der Angeklagte nur wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt werden können, so das Gericht. Zur Tatzeit sei der Angeklagte voll schuldfähig gewesen.


Staatsanwalt Christoph Wirth sprach von einem „klaren Mordversuch“ – und forderte zehneinhalb Jahre Haft für den Angeklagten. Der Verteidiger Rudolf Karras plädierte hingegen dafür, dass der Angeklagte wegen gefährlicher Körperverletzung „angemessen bestraft“ werden solle.

Der vorsitzende Richter Josef Richter verkündete am Mittwochmittag das Urteil: Der Angeklagte muss wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen für vier Jahre und sechs Monate hinter Gittern.

Lesen Sie HIER mehr zu den Bewertungen der Tat von Staatsanwalt und Verteidiger. / jev

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