My Way in LA: Jan-Philip Glania berichtet aus Los Angeles (2)

23. Februar 2014
Los Angeles

Jan-Philip in LA: Der Petersberger (25) trainiert für die EM in Berlin – und als Fernziel für die Sommerspiele 2016 in Rio. Seit Montag ist er in Los Angeles, wo er in einer professionellen Gruppe um Dave Salo trainiert. Der Rückenspezialist, der sein Zahnmedizinstudium unterbrochen hat, wird regelmäßig an dieser Stelle aus Kalifornien berichten.

Nach zweieinhalb Wochen in Amerika gewöhne ich mich langsam an die Trainingsumstellung. Ein fester Tagesablauf und Trainingsrhythmus kehren ein. In meiner trainingsfreien Zeit habe ich Los Angeles schon etwas erkundet und Ausflüge nach Hollywood, Venice Beach, Santa Monica und Downtown L.A. unternommen.

Jedes Mal begleiteten mich dabei Schwimmer der neuen Trainingsgruppe. Die Kollegen sind sehr aufgeschlossen, offen, zugänglich und haben mich bereits super integriert. Außerhalb des Trainings wird sehr viel gemeinsam unternommen. So lud Olympiamedaillengewinner und Kurzbahnweltmeister Vladimir Morozov meinen Nationalmannschaftskollegen Dimitri Colupaev und mich in sein Apartment in Downtown Los Angeles ein, wo wir auf dem Dach des Gebäudes inmitten der Hochhäuser den Mittag im Whirlpool und Pool verbrachten und ein Barbecue veranstalteten.

Allerdings bin ich nicht zum Urlaub hier. Der Fokus liegt auf dem Training mit seinen Inhalten. Insgesamt bereitet es mir zunehmend mehr Spaß, da ich die Pläne der Trainer immer besser verstehe und umsetzen kann. Dabei hat sich für mich ein Lieblings-Trainingspartner herauskristallisiert. Es ist der Olympia-Silbermedaillengewinner Nikita Lobintsev, der schnellste Schwimmer im Training. So ist es jedes Mal eine Herausforderung für mich, gegen ihn zu schwimmen und mich mit ihm zu messen. Nicht jedes Rennen entscheidet er übrigens für sich.

In jeder Trainingsserie findet man zudem neue Trainingspartner und Sprintkonkurrenten. So versucht sich Olympiasieger Oussama Mellouli auf Rücken öfters mal gegen mich. Dass ich mich mit solchen Persönlichkeiten messen darf, gibt mir jeden Tag aufs Neue einen Kick und treibt mich an, über mich hinauszuwachsen. Immer wieder kitzeln unsere Trainer so die letzten Prozente aus mir heraus, zumal die verwendeten Trainingsformen sehr varianten- und abwechslungsreich sind und sogar koordinativ neue Reize setzen.

Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe, denn alleine diese kurze Zeit hat mich um viele Erfahrungen und Erkenntnisse bereichert. Morgen veranstalten wir einen internen Wettkampf. Wie es dort läuft, verrate ich in meinem nächsten Bericht.

Der Petersberger Jan-Philip Glania (25) trainiert für die EM in Berlin – und als Fernziel für Olympia 2016 in Rio. Aus Los Angeles schreibt er regelmäßig an dieser Stelle.