Darum nahmen die Eurofighter-Tiefflieger keine Rücksicht auf die Trachtenfest-Gäste

11. Juli 2019
Burghaun/Schlitz

Kampfflugzeuge der Bundeswehr flogen am Montag donnernd im Tiefflug über einige Städte und Gemeinden in Osthessen. Die Reaktionen reichten von Entsetzen und Angst bis hin zu Faszination und Bewunderung. In Schlitz fragten sich viele Bewohner angesichts der bereits ersten anwesenden Trachtenfest-Gäste, warum solche Tiefflug-Übungen nicht vorher angekündigt werden

Die Pressestelle des Bundeswehrluftfahrtamtes bestätigte am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung (nach zweieinhalb Tagen Bearbeitungszeit), dass am Montag zwischen 15.45 und 16.30 Uhr drei Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ Eurofighter über Schlitz flogen. „Die Luftfahrzeuge flogen in einer Höhe zwischen 500 Fuß (150 Meter über Grund) und 3500 Fuß (1100 Meter über Grund). Dabei handelte es sich um täglichen Routineflugbetrieb“, heißt es.

Zudem ist nach Angaben des Bundeswehrluftfahrtamtes am Montag gegen 10.25 Uhr auch über Burghaun ein Kampfflugzeug der Bundeswehr vom Typ Eurofighter geflogen. Dieses Luftfahrzeug haben den Bereich Burghaun im Rahmen der Routinetiefflugausbildung in einer Höhe von 500 Fuß (150 Meter über Grund) überflogen.

Freie Streckenplanung

Um 10.30 Uhr am Montag seien zudem noch zwei weitere Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ Eurofighter in gleicher Höhe etwa drei Kilometer nördlich an Burghaun und Schlitz vorbeigeflogen. „Nach den hier vorliegenden flugbetrieblichen Unterlagen wurden die Flüge im Rahmen der Flugbetriebsbestimmungen durchgeführt“, erklärte ein Sprecher des Luftfahrtamtes des Bundeswehr.

Der militärische Flugbetrieb am Tage erfolge „im Rahmen der freien Streckenplanung der Verbände und ist bis zu einer Mindestflughöhe von 500 Fuß (etwa 150 Meter über Grund) zulässig. Eine Vorhersage, wann und wo diese Flüge – die im Rahmen des täglichen Routineflugbetriebs erfolgen – durchgeführt werden, ist nicht möglich.“

„Keine Kenntnis“

In Schlitz waren am Montag allerdings auch schon die ersten (internationalen) Gäste des Trachtenfestes anwesend. Warum wurden die Tiefflugübungen dann nicht vorher angekündigt? Dazu teilt das Luftfahrtamt des Bundeswehr mit: „Sofern kein Schutzgebiet für das Trachtenfest eingerichtet wurde und dieses über die Nachrichten für Luftfahrer (NFL/NOTAM) bekannt gegeben wurde, haben die Besatzungen keine Kenntnis von dem Fest und planen ihre Flugroute im Rahmen der freien Streckenplanung.“ / sar

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