Austausch zwischen Glaubensgemeinschaften: Interreligiöser Spaziergang am Sonntag

01. September 2017
Fulda

Vertreter von christlichen, muslimischen und jüdischen Gemeinden laden am Sonntag, 3. September, im Rahmen der Interkulturellen Woche zu einem interreligiösen Stadtspaziergang ein. Das Signal: Offenheit und Begegnungsbereitschaft.

Der Runde Tisch der Religionen engagiert sich seit fünf Jahren für einen lebendigen Austausch zwischen den unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften in Fulda. Das berichtet die Stadt in einer Pressemitteilung, die Sie nachfolgend im Wortlaut lesen:

In Fulda sind viele Religionen zu Hause. Dass diese nicht nur gut miteinander auskommen, sondern auch erfolgreich gemeinsame Sache machen können, beweist der Runde Tisch der Religionen. In dem im Jahr 2012 ins Leben gerufene Forum sind unterschiedliche christliche, muslimische und jüdische Gemeinden Mitglied. Ihre Vertreter diskutieren dort alltagsrelevante Themen, die sich aus der religiösen Vielfalt in Fulda ergeben.

„Unser Ziel ist es, dass sich die unterschiedlichen Religionen besser kennenlernen und wertschätzen“, erklärt Werner Staubach von „uno, eine Welt in Fulda“. Der Verein moderiert den Runden Tisch der Religionen gemeinsam mit der Fachstelle Integration und Inklusion der Stadt Fulda.

In dem so entstehenden Dialog werde nicht selten deutlich, dass die Gemeinden vor sehr ähnlichen Fragestellungen und Problemen stehen, die dann gemeinsam angegangen werden können. „In Zeiten wie diesen ist das so wichtig wie nie“, so Staubach weiter.

In der Vergangenheit hat der Runde Tisch bereits gegenseitige Gotteshausbesuche, konfessionsübergreifende Friedensgebete sowie interreligiöse Vortrags- und Gesprächsabende organisiert. Die nächste öffentliche Aktion ist ein interreligiöser Stadtspaziergang am Sonntag dem 3. September unter dem Motto „Religionen auf dem Weg“. Laut den Organisatoren ist es die erste Veranstaltung dieser Art in Fulda.

Pfarrer Winfried Bittner nimmt als Islambeauftragter des Bistums Fulda am Runden Tisch der Religionen teil. „Wir möchten nicht nur unter uns bleiben, sondern einen offenen Dialog führen“, stellt er klar. So können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger Fuldas an dem Spaziergang der besonderen Art teilnehmen, die Gotteshäuser erkunden und mit Gläubigen anderer Konfession und Religion ins Gespräch kommen.

Start des rund dreieinhalb Kilometer langen Spaziergangs ist um 14 Uhr bei der DITIB-Moschee-Gemeinde in der Max-Reger-Straße 8. Von dort geht es zur der im Bau befindlichen Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde und anschließend zur katholischen Sankt Sturmius-Kirche und der evangelischen Lutherkirche.

Die letzte Station ist die Jüdische Gemeinde in der Von-Schildeck-Straße 13, wo die Veranstaltung gegen 17 Uhr endet.

Bei den Gotteshäusern wird dabei jeweils ein Stopp eingelegt. Dort kann man sich in Ruhe in den Gotteshäusern umsehen und sich mit den jeweiligen Gastgebern über die Glaubensgrundsätze und das Gemeindeleben unterhalten. „Wir möchten, dass die Besucher die religiöse Vielfalt in Fulda authentisch und konkret erfahren können“, so Bittner.

Alle Gemeinden wollen Offenheit und Begegnungsbereitschaft signalisieren und erhoffen sich, Hemmungen auf allen Seiten abzubauen. „Vielleicht“, so Staubach, „wird so deutlich, dass der Andere doch nicht so fremd ist, wie man denkt“.