227 Zeugen geladen – trotzdem Freispruch für Sexhotline-Betreiber

19. Juni 2019
Fulda

Die Inhaber einer Agentur für Telefonsex – ein Ehepaar, 50 und 66 Jahre alt – sowie eine 60 Jahre alte Angestellte mussten sich seit März wegen gemeinschaftlichen versuchten Betrugs in 147 Fällen vor dem Landgericht Fulda verantworten. Nun sind sie freigesprochen worden.

In fast 150 Fällen waren die Beschuldigten angeklagt. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, eine Telefonsex-Agentur betrieben und dann versucht haben, Geld einzutreiben, obwohl die Anrufer gleich wieder aufgelegt hatten. Ein 86-Jähriger habe elf Rechnungen für angebliche Telefonate bekommen, die er nie geführt habe, hieß es in der Anklage.

Laut Staatsanwaltschaft hätten die drei Angeklagten die Adressen der Geschädigten in ganz Deutschland wahllos aus dem Telefonbuch entnommen.

Zeugen kamen aus ganz Deutschland

Dieser Vorwurf bestätigte sich während der Verhandlung nicht, wie Rechtsanwalt Rudolf Karras, einer der Verteidiger der Angeklagten, betont: „Wir haben hier keinen Betrugsfall vorliegen. Der Firma sind falsche Adressen übermittelt worden.“

Für den Prozess waren 227 Zeugen aus ganz Deutschland geladen. Und es kam zu einem Urteil: Die Angeklagten wurden freigesprochen. / dan