Video: 500 Schüler demonstrieren am Uniplatz für Klimaschutz

15. März 2019
FULDA

Am internationalen Protesttag der Bewegung „Fridays for Future“ sind am Freitag hessenweit rund 25.000 Schüler für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen. Auch in Fulda fand zwischen 10 und 12 Uhr eine Streikaktion statt. Bereits um kurz vor 10 hatten sich rund 250 Schüler auf dem Uniplatz versammelt, immer mehr stießen dazu.

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Das Wetter hielt die Jugendlichen nicht ab: Am Uniplatz waren bunte Plakate ebenso zu sehen wie farbige Regenschirme. Schüler von zahlreichen Schulen der Region waren vertreten – unter anderem eine Gruppe Jungs von der Alexander-von-Humboldt in Lauterbach. Sie hatten von der Versammlung erfahren und sich dazu entschlossen, nach Fulda zu fahren. Ihre Lehrer waren einverstanden, wenn sie sich entschuldigen lassen.

Seit Wochen gehen weltweit jeden Freitag Schüler während der Schulzeit für den Klimaschutz auf die Straße. Das Vorbild der Jugendlichen ist die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Einer Liste des Netzwerks zufolge sind am Freitag Kundgebungen in mehr als 1200 Städten in 92 Ländern geplant. In Deutschland soll es rund 200 Proteste geben.

Freiherr-vom-Stein-Schülerin hatte Versammlung angemeldet

In Fulda ist es die erste Veranstaltung. „Wenn sich genug Schüler anschließen, hat die Versammlung eine größere Wirkung“, sagt die 16-jährige Jamila Noll, Schülerin der Freiherr-vom-Stein-Schule Fulda. Sie hatte die Versammlung bei der Stadt angemeldet. Unterstützung bekam sie am Freitag von ihrer Tante, ihrem Vater und ihrer Mutter (zu sehen in unserer Bildergalerie), die betonte, wie stolz sie auf ihre Tochter sei.

Gegen 11 Uhr war die Zahl der Schüler auf rund 500 gestiegen. Auch der Medienandrang war groß. Unterstützung bekamen die Fuldaer unter anderem von Parteimitgliedern der Grünen.

Nach der Darstellung der Landesschülervertretung Hessen soll der Tag „als größter Klimatag der Menschheit in die Geschichte eingehen“. Nach Darstellung der Schulämter soll die Teilnahme der Schüler an den Kundgebungen als unentschuldigtes Fehlen vom Unterricht bewertet werden. Dies hatte im Vorfeld für hitzige Diskussionen über die Meinungsfreiheit und die mündige Teilhabe an der Gesellschaft geführt.

Kritik vom Fuldaer Schulamt

Dass die Schüler ausgerechnet einen Termin während der Schulzeit ausgewählt hatten, war auch vom Fuldaer Schulamtsleiter Stephan Schmitt kritisiert worden. Er sei sicher, dass das Engagement der Schüler deutlicher zur Geltung käme, wenn sie sich außerhalb der Schulzeit versammeln, erklärte Schmitt. Er sprach außerdem von einem Gruppenzwang, der bei Schülern aufgebaut werde, die eventuell lieber den Unterricht besuchen würden. Dass es auch Schulschwänzer unter den Streikenden gibt, wolle er nicht ausschließen: „Den meisten ist das Anliegen bestimmt ernst, aber es gibt vielleicht auch welche, die den Streik ausnutzen.“

„Im Prinzip habe ich nichts gegen die Demonstration – vor allem nicht gegen den Grund. Ihrer Schulpflicht müssen die Schüler allerdings trotzdem nachkommen“, sagte Schmitt unserer Zeitung. Ein Auge werden die Schulen am Freitag nicht zudrücken: „Sie werden die fehlenden Kinder und Jugendlichen als unentschuldigt vermerken.“ Problematisch werde das vor allem, wenn eine Klassenarbeit ansteht. Die könne wegen der Leistungsverweigerung nicht wiederholt werden. / lio, alb, dpa