Hitler war kein Betriebsunfall: Lesung aus Peter Gingolds Autobiografie

06. März 2018
Fulda

Bereits im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum 70. Jahrestag der Befreiung hat Peter Gingolds Tochter gemeinsam mit Dr. Ulrich Schneider am 18. April 2015 in Fulda aus den Erinnerungen ihres Vaters gelesen. Eine weitere Lesung findet am Freitag, 9. März, um 19 Uhr im Tagungsraum des DGB-Fulda, Heinrichstraße 79 in Fulda statt.

Sie lesen eine Pressemitteilung des Bündnis Fulda stellt sich quer im Wortlaut: Peter Philipp Gingold wurde am 8. März 1916 als Sohn jüdischer Eltern in Aschaffenburg geboren. Ab 1922 wuchs er in Frankfurt am Main auf, 1933 emigrierte er nach Frankreich und engagierte sich auch hier als Kommunist im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Dabei lernte er seine spätere Frau Etty Stein-Haller kennen und lieben.

1945 kehrte er mit Familie aus dem französischem Exil nach Frankfurt zurück. Obgleich Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, musste er nach dem Krieg lange für seinen deutschen Pass kämpfen, da seine aus Polen stammenden Eltern keine deutschen Papiere besaßen und er so in Nazideutschland nicht als Deutscher anerkannt war.

Peter Gingold lebte bis zu seinem Tod am 29. Oktober 2006 in Frankfurt am Main und war unter anderem politisch aktiv in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA), im Verband Deutscher in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung „Freies Deutschland“ e.V. (DRAFD) und im Auschwitzkomitee. Jahrzehntelang war er als Zeitzeuge in ganz Deutschland unterwegs – einige Male auch in Fulda. Hier hielt der 90-jährige Peter Gingold am 19 August 2006 wenige Wochen vor seinem Tod die letzte öffentliche Rede seines Lebens – im Rahmen der erfolgreichen Verhinderung einer Nazi-Demonstration.

Bereits im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum 70. Jahrestag der Befreiung hat Peter Gingolds Tochter gemeinsam mit Dr. Ulrich Schneider am 18. April 2015 in Fulda aus den Erinnerungen ihres Vaters gelesen. An diese bemerkenswerte Veranstaltung wird am Freitag angeknüpft.