Ab Dezember fahren deutlich mehr Busse zwischen dem Ulstertal und Fulda

19. September 2019
Ulstertal

Weniger Autofahren und lieber Busfahren. Das fordern aktuell viele Klimaaktivisten. Doch was tun, wenn in den kleinen Heimatort nur wenige oder gar keine Busse fahren? Im Ulstertal soll sich die Situation nun durch Rufbusse und Fahrplanänderungen verbessern. Busse fahren nun häufiger zwischen den Tanner Stadtteilen sowie dem Ulstertal und Fulda.

Helga L. hat keinen Führerschein. Daher nutzt die 70-jährige, die in einem kleinen Tanner Stadtteil wohnt, häufig den Bus. Auch deren zehn Jahre älterer Ehemann lässt das Auto immer öfter lieber stehen, wenn er stattdessen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ans Ziel gelangen kann.

Bisher ist diese Möglichkeit auf den Schulbusverkehr beschränkt. Doch mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird dem Ehepaar – dank Rufbussen – auch in den Ferien eine Anbindung nach Tann und von dort nach Hilders oder Fulda zur Verfügung stehen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises Fulda.

Rufbusse für die Linie 23 und 25

Dieser Rufbus-Verkehr der Linie 23 zwischen Tann und seinen Stadtteilen Schlitzenhausen, Theobaldshof und Hundsbach ist nicht die einzige anstehende Verbesserung im Liniennetz des Ulstertals.

Die Linie 25, die Tann und Hilders über die Ortschaften Esbachsgraben und Aura miteinander verknüpft und auch Habel anbindet, wird in Kürze ebenfalls über Rufbusse zusätzlich in den Ferien verkehren. Zudem wird die Abfahrtzeit geordnet und auf einen Zwei-Stunden-Takt verdichtet. Dafür fährt die laut Geschäftsführer der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft (LNG) Fulda, Daniel Vollmann, schwach frequentierte Linie 33 über Dippach und Simmershausen ab diesem Winter nur noch als Schulbus.

Vier Linien bringen Passagiere nach Fulda

Insgesamt vier Linien verbinden die drei Ulstertal-Kommunen mit dem Oberzentrum: Die Linie 21 verkehrt alle zwei Stunden zwischen Hilders und Fulda über Hofbieber. Die Linien 30 und 32 sind zeitlich versetzt und bilden künftig in Kombination einen geordneten Stundentakt, der Hilders und das obere Ulstertal auf direktem Weg über die B 458 mit Fulda verknüpft.

Außerdem wird Tann nicht mehr nur wie bisher am Wochenende in die Route 30 integriert, sondern an drei Fahrten pro Tag auch unter der Woche. Momentan ist diese Linie sowohl für Wüstensachsen als auch Simmershausen zuständig, was das Lesen des Fahrplans verkompliziert.

Busse fahren nun später

Eine weitere Änderung betrifft den Hilderser Ortsteil Unterbernhards: Dieser wird künftig statt über die Linie 75 mit einer eigenen Rufbus-Linie 26 angeschlossen.

Die vierte Linie zwischen dem Ulstertal und Fulda, die 20, verkehrt stündlich ab 8.07 Uhr von Tann aus, wobei der früheste Bus um 4.37 Uhr startet. Mit dem Fahrplanwechsel wird der letzte Bus eine Stunde später als bisher – nämlich um 20.10 Uhr – in Fulda abfahren.

Auch für Touristen interessant

Vollmann ergänzt einen weiteren Aspekt rund um das Netz im Ulstertal: „Die Buslinien am Wochenende sind besonders auf touristische Ziele wie Milseburgradweg, Auersburg oder Tanner Museen ausgerichtet und bieten untereinander gute Umsteigemöglichkeiten am Hilderser ZOB.“

Der Rhönradbus beispielsweise ermögliche in den Sommermonaten sogar eine Fahrradmitnahme und verknüpfe das Ulstertal mit der Wasserkuppe und Gersfeld, von wo aus weitere Ziele wie der Kreuzberg erreichbar seien.

Nach dem Fahrplanwechsel wird die Linie 37 zwischen Gersfeld und der Wasserkuppe mit vier Fahrten je Richtung bis Wüstensachsen verlängert, wo Anschluss an die Linie 30 von und nach Hilders existiert. / mbl