AfD-Parteitag in Neuhof – Protest formiert sich am Gemeindezentrum

11. Oktober 2019
Neuhof

Die hessische AfD kommt am Samstag und Sonntag, 12. und 13. Oktober, zu einem Parteitag in Neuhof zusammen. Aus Protest dagegen will ein Bündnis aus Organisationen, Vereinen und Einzelpersonen am Samstag ein „Oktoberfest der Kulturen“ veranstalten.

Die hessische AfD wählt auf einer Delegiertenversammlung am Wochenende einen neuen Landesvorstand. Der Vorstand besteht aus insgesamt neun Personen. Die Mehrzahl von ihnen werden bei dem zweitägigen Treffen nochmals kandidieren, kündigt Vorstandssprecher Robert Lambrou an. Die gleichberechtigten Vorstandssprecher Lambrou und Klaus Herrmann wollen erneut für ihre Spitzenposten antreten. Zum Auftakt des Parteitags am Samstag wird der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen eine Rede halten.

Polit-Talk und Live-Musik gegen AfD

Gegen die Veranstaltung formiert sich Protest: Auf dem Platz neben dem Gemeindezentrum, in dem sich die Partei trifft, wolle man am Samstag ein buntes Oktoberfest der Kulturen veranstalten, heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses „Fulda stellt sich quer“. Dazu habe sich in Neuhof „ein breites Bündnis aus Organisationen, Vereinen, gesellschaftlichen Gruppen und Einzelpersonen gebildet“. Genannt werden Vertreter von Parteien, Kirchen und Initiativen.

Unterstützt vom Gewerbeverein Neuhof wird es ab 10 Uhr auf dem Platz neben dem Gemeindezentrum ein Weißwurstfrühstück mit Polit-Talk und Live-Musik geben, heißt es in der Ankündigung. Neben Torsten Jahn vom Gewerbeverein Neuhof und Gewerkschaftsvertretern sprechen unter anderem die Landtagsabgeordneten Markus Hofmann (Grüne), Sabine Waschke (SPD), die SPD-Europaabgeordnete Martina Werner, der Vizepräsident des hessischen Landtags, Dr. Ulrich Wilken (Linke), und Pfarrer Holger Biehn von der evangelischen Kirche Flieden/Neuhof. Ab 12 Uhr folgt ein Konzert unter dem Motto „Love Music – Hate Racism“.

Bürgermeister lobt Fest der Kulturen

Mit dem Protest solle deutlich werden, dass in Neuhof Menschen unabhängig ihrer Kulturen oder religiösen Ansichten friedlich miteinander leben, heißt es in der Mitteilung weiter. Es gebe keinen Platz für Rassismus, Homophobie, völkisch-nationalistisches Denken und antidemokratische Vorstellungen.

Schon im vergangenen Jahr war die AfD in Neuhof zusammengekommen. Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) verweist auf das Neutralitätsgebot der Gemeindeverwaltung: „Wir sind verpflichtet, das Gemeindezentrum allen Parteien gleichermaßen zur Verfügung zu stellen“, sagt er. Dieses Neutralitätsgebot gelte auch für ihn in seiner Funktion als Rathauschef: „Als Bürgermeister steht es mir nicht zu, ein Urteil zu fällen“, betont er, sagt aber auch: „Ich finde es toll, dass so ein Fest der Kulturen in Neuhof stattfindet.“ Das zeige, dass die Gemeinde bunt und weltoffen sei.

Für die zahlreich erwarteten Besucher sei die Gemeinde gerüstet und werde als Ordnungsamt und Versammlungsleitung vor Ort sein: „Die Organisatoren des Festes erwarten zwischen 500 und 1000 Besucher“, sagt Stolz. / han