Aktionen und Treffen von Männern für Männer

18. Oktober 2019
Fulda

Der Verein „Welcome In“ startete im September das zweijährige Projekt „MenUnited“. Gestern haben die Projektkoordinatoren Jochen Kohlert, Muneer Soudi und Thomas Suchecki ihr Projekt im „Welcome In“ Wohnzimmer vorgestellt.

Von unserem Redaktionsmitglied Alina Hoßfeld

Was bedeutet es, ein Mann zu sein und welche Vorurteile und Erwartungen hat die Gesellschaft? Mit diesen Fragen wurden die Männer mit und ohne Fluchterfahrung zu Beginn des Projektes konfrontiert.

Zu den ersten Treffen seien bereits 20 bis 25 Personen erschienen, sagte Jochen Kohlert. Die Ziele des Projekts seien unter anderem eine Anlaufstelle für Männer in Fulda zu schaffen, die sozialen Kontakte von Männern mit und ohne Fluchterfahrung zu fördern und der Austausch über Probleme und das gemeinsame Finden von Lösungen. Zudem sollen gemeinsam geplante Ausflüge und Aktionen stattfinden.

Für alle drei Koordinatoren gab es persönliche Gründe, das Projekt zu schaffen.

Vorurteile gegenüber geflüchteten Männer

Muneeer Soudi sagte: „Es gibt viele Vorurteile gegenüber geflüchteten Männern, die nach Deutschland kommen.“ Er selbst sei vor vier Jahren nach Deutschland gekommen und habe sein Bestes versucht, sich zu integrieren. Das habe er nur durch zusätzliche Motivation von außen geschafft. Mit dem Projekt möchte er nun auch anderen die nötige Motivation geben.

Kohlert fügte an: „70 bis 80 Prozent, die sich ehrenamtlich für Geflüchtete einsetzen, sind Frauen. Die Männer, die nach Deutschland kommen, sind verwirrt von unserem Geschlechterbild und müssen ihre Rolle finden. Wie muss man sich also richtig verhalten? Darüber können sich die Männer im Männerprojekt austauschen. Hierbei wird deutlich, dass auch Deutsche unterschiedliche Ideen und Vorstellungen haben.“

„Lernen, wie man sich verhält.“

Thomas Suchecki weiß, wie es ist, in einer neuen Kultur anzukommen: „Ich bin 2012 zwischenzeitlich nach Mexiko gegangen. Ich musste erst lernen, wie ich mich verhalten muss.“

Das Projekt wird von der Robert-Bosch-Stiftung und der Stadt Fulda gefördert. Kooperationspartner sind das Bonifatiushaus Fulda und Solwodi. Solwodi ist eine internationale Menschenrechts- und Hilfsorganisation, die unter anderem

psychosoziale Betreuung und Beratung sowie Vermittlung juristischer und medizinischer Hilfe bietet.

„Menschen zusammenbringen“

Stefan Mölleney, Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Senioren der Stadt Fulda, sagte: „Zwei Aspekte, die die Stadt an dem Projekt überzeugen sind, dass die Betroffenen die Dinge selbst in die Hand nehmen und sich nicht nur Vorträge anhören. Der zweite Aspekt ist, dass Menschen zusammengebracht werden, die sonst vielleicht nichts miteinander zutun hätten.“

Dr. Hans Prömper vom Bonifatiushaus Fulda findet: „Die Geflüchteten sollen merken, dass sie nicht fremd und hier angekommen sind.“

Zudem gab es bei der Veranstaltung Grußworte von Linda Auth von Solwodi und Anja Wolff von der Robert-Bosch-Stiftung.

Interessierte können sich unter Telefon (06 61) 30 29 27 32 melden, um Informationen zu erhalten.