„Alle tun unermesslich wichtige Arbeit“ – Bürgerschaftspreis feierlich verliehen

19. Juni 2015
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Fulda

Dieser Abend ging ans Herz: Bei der Verleihung des Bürgerschaftspreises 2015 am Donnerstagabend im Kanzlerpalais in Fulda waren die etwa 150 Gäste und Preisträger ausgelassen, heiter und sehr gerührt. Den ersten Platz belegte die Tierschützerin Silke Gramatzki-Wieczorek (49) aus Hainzell.

Die 20 nominierten Frauen und Männer waren mit Familie und Freunden gekommen, um zu erfahren, wie die Leser, die Leserinnen und die Jury abgestimmt hatten. Und bei der Veranstaltung, durch die Redaktionsleiterin Sabrina Mehler führte, war schnell klar, dass alle gewonnen hatten. Auf dem ersten Platz landete Silke Gramatzki-Wieczorek vom Verein „Verantwortung Leben“. Platz zwei belegte Angelika Jestädt (41), die fast ganz Eichenzell mit ihrer Kinderfreundlichkeit bezaubert. Dritter wurde Michael Lipus aus Neuhof für sein unglaubliches Engagement in der DLRG und darüber hinaus.

Niemand beneidet die Jury


Doch ausgezeichnet und vorgestellt wurden alle 20 Menschen, die von der Jury aus fast 100 Vorschlägen ausgewählt worden waren. Und dabei wurde klar, dass sie alle so unermessliche wichtige Arbeit tun – jeder auf seine Weise, in seinem Bereich, aber alle mit großer Leidenschaft.

„Ich beneide die Jury nicht darum, aus all den ausgezeichneten Vorschlägen eine Wahl zu treffen“, sagte Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU) als Schirmherr der Veranstaltung. Er dankte Jury, Verlag und Redaktion für diese Auszeichnung: „Der Bürgerschaftspreis hat mit über 6000 Leserstimmen eine bemerkenswerte Resonanz und damit auch einen besonderen Stellenwert.“ Damit zeige man beispielhaft, wie Menschen Vorbild sein können.

„Tatsächlich haben uns viele Menschen nach der Premiere des Preises im Jahr 2013 darauf angesprochen, wann wir den Preis erneut verleihen“, berichtete Chefredakteur Michael Tillmann und fügte an: „Das soll für uns als positive Verpflichtung gelten, Menschen, die im Hintergrund wirken, einmal Danke zu sagen.“

Mehr als 6000 Stimmen

Zusendungen erhielt die Redaktion mit Namen von Menschen aus dem Kinzigtal, dem Schlitzer Land und dem Landkreis Fulda. 20 davon nominierte die Jury, die Redaktion stellte jeden von ihnen in einem Porträt vor. „Auf diese Weise wurden auch die Kollegen in der Redaktion von den guten Taten erfasst, und kamen bereichert von den Terminen mit den Kandidaten zurück“, schilderte Tillmann. Die Welle schwappte schließlich auch auf die Leserinnen und Leser über. Mehr als 6000 stimmten für ihren jeweiligen Favoriten, zwei Drittel davon sendeten uns Post, ein Drittel klickte online.

Sabrina Mehler moderierte die Preisverleihung, bei der zunächst die Plätze 9 bis 20 geehrt wurden. Dabei verzichtete die Jury auf eine Rangfolge, „weil die Stimmanteile so eng beieinander liegen“, sagte Mehler. Sie skizzierte kurz und in sehr persönlichen Worten die ehrenamtlichen Tätigkeiten jedes Einzelnen, und mancher der Gäste kam aus dem Staunen nicht mehr heraus – darunter auch die Ausgezeichneten selbst. Nach dem offiziellen Teil vertieften sie sich mit ihren Kollegen ins Gespräch – und gratulierten auch einander.


Silke Gramatzki- Wieczorek würdige Preisträgerin

Leicht war es nicht gewesen für die achtköpfige Jury, die in den Wochen zuvor einige Male getagt und sich jede einzelne Entscheidung schwer gemacht hatte. Umso fröhlicher und mit sehr persönlichen Worten lobten die Juroren dann als Laudatoren die Preisträgerinnen und Preisträger auf den Plätzen 2 bis 8. Und das taten sie so herzliche, so individuell, direkt und manchmal auch philosophisch, dass nicht nur den Geehrten warm ums Herz wurde. Unterstützt wurde das durch Filme, in denen die drei Erstplatzierten vorgestellt wurden.

Hosenfelds Bürgermeister Peter Malolepszy (CDU) hatte die Lobrede auf Silke Gramatzki- Wieczorek übernommen, die in Hainzell seit vielen Jahren eine Tierscheune betreibt. Als bei der Verkündung des zweiten Platzes klar war, dass man sie auf den ersten Rang gewählt hatte, schlug sie die Hände vors Gesicht und freute sich. „Durch Dein Tun hast Du viel Gutes getan“, bescheinigte ihr der Bürgermeister und ergänzte: „Du lebst Verantwortung und bist eine würdige Preisträgerin.“

Die 49-Jährige hat offensichtlich viele Unterstützer. Viele Stimmen hatte sie auch aus den angrenzenden Landkreisen erhalten. Der Bürgermeister, der sie schon viele Jahre persönlich kennt, bescheinigte ihr augenzwinkernd, sie sei eine Kämpfernatur und ungewöhnlich zielstrebig. „Die Gemeinde Hosenfeld hat sicher noch nicht alles umgesetzt, was Du Dir wünschst – aber wir arbeiten daran“, scherzte er.

Musik und Gesang gab es von „Nimm 2“: Heike Godau sang – begleitet von ihrem Mann Andreas Reddig an der Gitarre – thematisch passende Lieder.

HIER geht es zur Fotostrecke.

HIER gibt es ein Video von Silke Gramatzki- Wieczorek.
HIER gibt es ein Video von Angelika Jestädt.
HIER gibt es ein Video von Michael Lipus.