Angst vor Hunden nehmen: Flüchtlinge besuchen Verein Deutscher Schäferhunde

25. Mai 2015
Fulda

Noch keine 18 Jahre alt und ohne Eltern in einem fremden Land – da sind Unsicherheiten programmiert. So ergeht es den Jugendlichen, die am Schulzenberg in Maberzell wohnen. Damit sie sich an den Umgang mit Hunden gewöhnen, hat sie der Schäferhundeverein Fulda eingeladen.

Noch etwas zögerlich sind die Jugendlichen, als die großen Schäferhunde Thor, Billy und Onja auf sie zukommen. Bei dem 17-jährigen Afghanen Ali ist die Scheu sofort verflogen. Er streichelt die Hunde, nimmt Onja an die Leine und übt mit ihr das „bei Fuß laufen“.

In Fulda besuchen die 15- bis 17-Jährigen die Richard-Müller-Schule. Dort lernen sie vorrangig Deutsch. „An einem Tag in der Woche haben sie Praktikum und besuchen einen Betrieb. Die ohne Praktikumsplatz bekommen ein Alternativprogramm. So besuchten wir beispielsweise schon das Bürgerbüro und waren in der Bibliothek“, erklärt Uta Dörr, Sozialpädagogin an der Richard-Müller-Schule. Die Idee war schnell geboren, denn: Auch Dörr hat einen Schäferhund und ist Vereinsmitglied.

Wie nähere ich mich richtig einem Hund?

Auf dem Vereinsgelände erklären Cornelia Flori, Dr. Wolfgang Lauber, Sebastian Lauber und Petra Pfeil-Massey, was man im Umgang mit einem Hund richtig und falsch machen kann. „Möchte man den Hund streicheln, sollte man das nicht mit der flachen Hand von oben tun“, sagt Wolfgang Lauber. Außerdem sollte man den Hund nicht beim Fressen stören. „Der denkt dann, man wolle ihm das wegnehmen“, erklärt Flori.

Das Bild des Schäferhundes wieder gerade rücken, darum geht es dem Verein. Das hat folgende Gründe: Oft wird das Tier mit der rechten Szene verbunden. Zudem war der Schäferhund in der Beissstatistik vorn mit dabei. „Aber dazu zählen auch Hunde, die nur zur Rasse gehören“, erklärt Tierarzt Wolfgang Lauber.

Davon ist bei Thor, Billy und Onja nichts zu merken. Sie lassen sich von den Jungs und Mädchen streicheln und an der Leine herumführen. Besonders die Welpen kommen bei den Jugendlichen gut an. Blerta (15) und Teuta (16) spielen mit den kleinen Hunden. „Als Kind hatte ich immer etwas Angst vor Hunden, aber die ist verschwunden“, sagt Teuta.

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