Grabungen im Schlosshof: Teile der alten Stadtmauer freigelegt

20. November 2018
Fulda

Im Zuge der geplanten Neugestaltung des Innenhofes des Fuldaer Stadtschlosses bietet sich derzeit eine seltene Chance für die Archäologie: Vor Beginn der eigentlichen Baumaßnahmen besteht nämlich die Möglichkeit, verborgene Überreste der vorbarocken Bauphasen an dieser Stelle freizulegen.

Diese Überresten sind Teile der Stadtbefestigung aus der Mitte des 12. Jahrhunderts sowie der um das Jahr 1300 errichteten Abtsburg, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Außerdem könnten sich noch Teile des Renaissanceschlosses aus dem 17. Jahrhundert im Boden befinden, dessen Nordflügel quer über den heutigen Innenhof des Stadtschlosses verlief.

Grabungen im Schlosshof: Teile der alten Stadtmauer freigelegt

Lage und Umfang der noch vorhandenen Baureste sind jedoch unklar, da es in der Vergangenheit immer wieder zu Bodeneingriffen gekommen ist und die schriftliche Überlieferung besonders über die frühen Bauphasen nur unzureichend ist.

Bei ersten archäologischen Untersuchungen, die in diesen Tagen begonnen haben, konnten jedoch bereits Teile der Stadtmauer freigelegt werden. Für eine erste Überraschung sorgen Kellerstufen, die hinter der Stadtmauer in den Boden hinab führten und zu einem noch nicht datierbaren Gebäudekomplex gehörten. Eine außerhalb der Stadtmauer verlaufende Entwässerungsrinne komplettiert die bisher entdeckten Baureste.

Noch sind die untersuchten Flächen zu klein, um ein geschlossenes Bild der ehemals vorhandenen Baustrukturen zu ergeben. Die bisher freigelegten Relikte zeigen jedoch, dass noch umfangreiche Spuren im Boden verborgen sind.

Zusammen mit den erst kürzlich erfolgten archäologischen Untersuchungen im Schlossturm versprechen die gerade laufenden Ausgrabungen im Schlosshof spannende neue Erkenntnisse zu mittelalterlichen Geschichte Fuldas, zu der in den nächsten Wochen sicherlich weitere Neuigkeiten hinzukommen werden.

Stadt Fulda kauft Palais Buseck und Hauptwache am Bonifatiusplatz

Die Stadt Fulda plant den Erwerb zweier historischer Bauten im Barockviertel am Bonifatiusplatz: Für einen Betrag im niedrigen siebenstelligen Bereich will die Stadt das Palais Buseck („Stift Wallenstein") sowie das Gebäude der Hauptwache kaufen.