Asbest-Säcke an der Ferdinand-Braun-Schule – Anwohner in Sorge

08. Oktober 2019
Fulda

Seit einigen Monaten wird das Werkstattgebäude an der Ferdinand-Braun-Schule in Fulda abgerissen und entkernt. Vor dem Bauwerk stapeln sich riesige Plastiksäcke mit der Aufschrift „Asbest“.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Petersen

„Ich bin Anwohner und laufe jeden Tag an diesen Säcken vorbei. Seit Monaten liegen sie nun schon da. Sicherlich um die 200 Säcke. Ich frage mich, ob das nicht gefährlich für die Schüler ist, der Schulhof ist ja ganz in der Nähe“, sagt Werner Troßbach. Er sei besorgt. Alle Säcke tragen die Aufschrift: „Achtung enthält Asbest. Gesundheitsgefährdung bei Einatmen von Asbestfeinstaub. Sicherheitsvorschriften beachten.“

„Das war eine böse Überraschung“

Und das, was drauf steht, ist offenbar auch drin: „Im Zuge der Abrissarbeiten des Werkstattgebäudes, als das Dach aufgerissen wurde, hat man festgestellt, dass bei der unteren, noch aus den 70er-Jahren stammenden Dachhaut Platten verwendet wurden, die geringe Anteile von Asbest enthalten. Das war eine böse Überraschung“, sagt Johannes Heller von der Magistratspressestelle. Die Verwendung solcher asbesthaltiger Materialien sei damals schon unüblich gewesen. „Daher hat man bei den ersten Untersuchungen, als abgeklärt wurde, was entsorgt werden muss, auch nicht danach geschaut“, erklärt Heller.

Die Abbruchmaterialien seien aber „entsprechend den Vorgaben der Technischen Regel für Gefahrstoffe in Säcke verpackt“ worden und würden „ordnungsgemäß auf der Baustellenfläche“ lagern. „Diese Fläche ist durch einen Bauzaun abgetrennt“, sagt er und betont, dass keine Gefahr von dem Material ausgehe. „Analysen belegen außerdem, dass der Anteil an Asbestfasern im Material sehr gering ist. Die Dachfläche wurde zudem mit Restfaserbindemittel eingesprüht und abgesaugt.“

Entsorgung musste genehmigt werden

Dass die Säcke seit Wochen an der Baustelle liegen und erst vor Kurzem damit begonnen wurde, sie nach und nach abzutransportieren, habe einen Grund, wie Heller erklärt: „Die Entsorgung musste durch das Abbruchunternehmen beim zuständigen Regierungspräsidium angemeldet und genehmigt werden. Das erforderte einige Wochen.“

Die Säcke sollen nun zu einer speziellen Deponie nach Süddeutschland gebracht werden. Durch diesen zusätzliche Aufwand, der nicht vorgesehen war, sind höhere Kosten und auch eine Verzögerung im Bauablauf entstanden. Insgesamt bleibe die Investitionssumme von zwölf Millionen Euro aber unverändert, weil es an anderen Stellen günstiger werde.

Spürbare Verzögerungen

„Die Verzögerungen sind spürbar, aber nicht massiv. Im Moment konnte schon parallel zum Abbruch mit den Rohbauarbeiten begonnen werden.“ Auch das Fundament sei durch Pfähle verstärkt worden, um ein zweites Stockwerk anzubauen. Ursprünglich sollte bis Ende 2019 der Rohbau stehen. Ob dieses Ziel gehalten wird, sei noch nicht sicher. Der Ausbau erfolgt dann 2020.