Ausbildungsstart 2019: Unternehmen stellen neue Azubis vor– Tipps von der Agentur für Arbeit

12. September 2019
Region

Eine Ausbildung absolvieren statt Jobben? Sich weiterbilden statt in Hilfstätigkeiten verharren? Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, erklärt in unserer Beilage zum Ausbildungsstart 2019, warum man sich nicht mit weniger zufriedengeben sollte und gibt den neuen Auszubildenden wertvolle Tipps mit in die Probezeit. Verschiedene Unternehmen aus der Region stellen in unserer Beilage ihre neuen Azubis vor.

Wie stellt sich der Ausbildungsstellenmarkt in der Region aktuell dar?

Nirgendwo in Hessen haben junge Menschen so gute Chancen, einen zukunftsträchtigen Ausbildungsplatz zu erhalten, wie in unserer Region. Seit September des vergangenen Jahres haben uns die Betriebe in Stadt und Landkreis Fulda 2750 Ausbildungsstellen gemeldet.

Nur etwa halb so viele Jugendliche und junge Erwachsene suchten im gleichen Zeitraum mit Hilfe der Berufsberatung einen Ausbildungsplatz. Rechnerisch kommen also auf jeden Ausbildungsinteressierten zwei Stellen.

In der Folge sind auch nach Beginn des Ausbildungsjahres noch rund 500 Lehrstellen frei, und zwar in nahezu allen Ausbildungsberufen. Unter anderem werden noch mehr als 100 junge Menschen gesucht, die eine Ausbildung im Einzelhandel anstreben; Hotels und Gaststätten suchen händeringend Nachwuchs, ebenso das Bau- und Baunebengewerbe.

Sogar bei den attraktiven Dualen Studiengängen bestehen weiterhin Möglichkeiten. Zusammenfassend lässt sich sagen, noch nie war der regionale Ausbildungsmarkt für Jugendliche und junge Erwachsene so gut wie heute.

Das heißt, es ist nicht zu spät, sich jetzt um einen Ausbildungsplatz zu bemühen?

Es ist zwar relativ spät, aber unsere Vermittlungsbemühungen laufen auf Hochtouren. Viele Betriebe, schließen bis weit in den Herbst hinein Ausbildungsverträge ab. Ein Besuch bei unserer Berufsberatung lohnt sich also!

Gibt es auch schon Ausbildungsstellen für das nächste Jahr?

Unser Arbeitgeberservice hat bereits 1400 Stellen für den Ausbildungsbeginn im Sommer 2020 akquiriert. Einige Ausbildungen, zum Beispiel in der Altenpflege, beginnen teilweise bereits im März.

Trotz der großen Auswahl raten wir jungen Menschen, sich so früh wie möglich mit der Berufswahl zu beschäftigen und sich dann auch zügig zu bewerben. So ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass man im Wunsch-Beruf unterkommt oder eine gute Ausbildungsalternative findet.

Ist es denn so wichtig, dass man eine Ausbildung absolviert? Es gibt doch viele Möglichkeiten zu jobben und sofort gutes Geld zu verdienen ...

Diese Möglichkeiten gibt es, sie bergen jedoch Risiken. Wer über einen Berufsabschluss verfügt, der hat wichtige Schlüsselqualifikationen und fachliche Basics erworben, die während des gesamten Berufslebens relevant bleiben.

Zudem sind Personen mit einem Berufsabschluss weitaus seltener von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als Ungelernte. In der Regel erzielen Fachkräfte auch ein höheres Einkommen. Hier ist anzumerken, dass ein Berufsabschluss in späteren Jahren nachgeholt werden kann.

Das heißt, ich muss mich nicht bis zur Rente mit Hilfsarbeiterjobs durchschlagen, wenn ich als Jugendlicher den Sprung in die Lehre verpasst habe?

Wer sich beruflich fortbilden und qualifizieren will, der kann dies grundsätzlich in jedem Alter tun. Zum Beispiel unterstützen wir nicht nur Menschen, die arbeitslos sind, sondern auch gering qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich weiter qualifizieren möchten. Dies gilt beispielsweise auch für Personen, die zwar einen Beruf erlernt haben, diesen jedoch nicht mehr ausüben können und seit längerem eine an- oder ungelernte Tätigkeit verrichten.

Viele Berufsbilder haben sich im Laufe der Zeit verändert; einige Berufe werden heute weniger am Arbeitsmarkt nachgefragt als früher. Wer vor 30 Jahren beispielsweise eine Ausbildung zum Handschuhmacher absolviert hat, wird heute schwerlich eine Beschäftigung im erlernten Beruf finden. Hier könnte sich eine berufliche Umschulung anbieten.

Wie gestaltet sich die Unterstützung durch die Arbeitsagentur?

Wir können dem Arbeitgeber einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt zahlen, sodass der Arbeitnehmer im Zeitraum der Weiterbildung keine finanziellen Einbußen hinnehmen muss.

Die Förderhöhe wird je nach Qualifizierungsbedarf und Arbeitsausfall individuell festgelegt. Abhängig ist diese unter anderem von der Größe des Betriebs. Generell gilt: Je kleiner der Betrieb, desto höher fällt die Förderung aus.

Wer sich für beruflich qualifizieren möchte, der sollte Kontakt mit uns aufnehmen. Am besten über unsere Homepage.

Das hört sich nach einem sehr gutem Plan B an! Aber die Neu-Azubis peilen zunächst den direktesten Weg an. Welchen Rat geben Sie ihnen für die Probezeit?

Der erste Eindruck ist wichtig! Deshalb empfehle ich den neuen Auszubildenden, zeigen Sie Interesse und fragen Sie gezielt nach. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Bringen Sie sich aktiv ein und engagieren Sie sich. Das alles bringt Ihnen Pluspunkte und die Ausbildung macht quasi automatisch mehr Spaß.

Sollten sich Probleme bei den Leistungen in der Berufsschule zeigen, sollte schnell gehandelt werden. Wir bieten in Kooperation mit einem Bildungsträger ausbildungsbegleitende Hilfen an. Durch diesen Zusatzunterricht kann erfahrungsgemäß ein Großteil der gefährdeten Lehrlinge erfolgreich durch die Prüfung gebracht werden.

Eine Kontaktaufnahme zu unserer Berufsberatung kann über den Schüler beziehungsweise die Schülerin sowie über den Ausbildungsbetrieb geschehen.