Ausgrabungen auf der Milseburg bringen Relikte aus der Zeit der Kelten ans Licht

05. August 2015
Hofbieber/Milseburg

Noch heute sind Podien – eine Art Terrasse – im Hang der Milseburg gut erkennbar. Auf ihnen bauten die Kelten weit vor Christi Geburt ihre Häuser. Wer ein paar Erdschichten tiefer geht, findet weitere Zeugnisse des damaligen Lebens. Diese werden bei aktuellen Grabungen freigelegt.

Tonscherben, Schleifsteine, Schmuck, Spinnwirtel und Mahlsteine – das ist übriggeblieben von den Rhöner Kelten, die vom 5. bis 1. Jahrhundert vor Christus auf der Milseburg gelebt haben. Sieben Studenten der Uni Marburg graben aktuell unter der Leitung von Dr. Ulrike Söder Bruchstücke aus, die aus dem Alltagsleben der Kelten stammen. Auch Mitglieder des Archäologischen Arbeitskreises Fulda helfen mit.

„Mein persönliches Highlight in diesem Jahr ist bisher eine Tonscherbe mit Granitbeschichtung“, erzählt der Fuldaer Stadt- und Kreisarchäologe Dr. Frank Verse begeistert und erklärt: „Diese Art der Handwerkskunst ist uns aus Süddeutschland und Böhmen bekannt. Das lässt darauf schließen, dass es zwischen den Völkern Handelsbeziehungen gegeben hat.“

Interessant seien auch die Schmuckfunde, wie beispielsweise der Bronzearmreif, den die Archäologen vergangenes Jahr gefunden haben. Diese weisen darauf hin, dass die Kelten Schmuck nicht nur bei Bestattungen dem Grab besetzten, sondern auch im Alltag trugen.

Ein Tag der offenen Grabungen wird am Freitag, 14. August, von 9.30 Uhr bis 12 Uhr veranstaltet. Um 10 Uhr beginnt auf dem Wanderparkplatz Milseburg eine Führung zu den Resten der keltischen Besiedlung auf der Milseburg.

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