Auszeichnung für Rechenzentrum – Fulda für Klimaschutz-Innovation geehrt

21. September 2019
Fulda/Frankfurt

Bei der Konferenz „Klima-Kommunal“ in Frankfurt erhielt die Stadt Fulda unter den 53 Teilnehmern des Wettbewerbs „So machen wir’s“ den ersten Preis (10.000 Euro) in der Kategorie „Klimaschutz“ für das neue geo-thermal gekühlte Rechenzentrum in Fuldas Westen.

Die Begründung der Jury lobte: Die Nutzung von geothermaler Energie zur energieeffizienten Kühlung eines Rechenzentrums ist eine bundesweite Innovation mit der die Stadt ein Zeichen setzten würde. Mit dem Konzept hatte es Fulda im November 2018 bereits bis ins Finale des Hessischen Staatspreises für innovative Energielösungen geschafft.

Als Klimaschutzmaßnahme mit Vorbildcharakter wurde das Millionen-Vorhaben der Stadt durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau, und Reaktorsicherheit auf Basis eines Beschlusses des Deutschen Bundestags mit 200.000 Euro gefördert.

Neubau mit sparsamer Klimatisierungstechnik

Den Preis nahmen in Frankfurt Klimaschutzmanagerin Dorothea Hergott und der Leiter des Gebäudemanagements (GM) der Stadt Fulda, Frank Volmer, stellvertretend für das gesamte Projektteam der Stadtverwaltung entgegen, zu dem unter auch der Leiter der IT-Abteilung, Michael Dietzel, sowie Cornelia Gieler, Dietmar Kömpel und Michael Rutkowski (GM), Timo Heumüller (Controlling), Ursula Fleck (Kämmerei) und Christoph Uhl (Feuerwehr Fulda) gehörten.

Das bisherige, energetisch ineffiziente Rechenzentrum der Stadtverwaltung war durch einen beständigen Zuwachs des Datenvolumens an seine Kapazitätsgrenze gelangt. Eine interdisziplinäre Projektgruppe der Stadtverwaltung hatte deshalb eine Konzeption für einen Neubau mit äußerst sparsamer Klimatisierungstechnik unter Nutzung erneuerbarer Energien erstellt.

Jährlich 150.000 kWh Strom Einsparung

Das Kühlkonzept des neuen Rechenzentrums besteht aus einer Kombination von Abwärmesystemen, Erdkühlung und vorrangiger Nutzung der Abwärme zur Beheizung städtischer Gebäude. Insgesamt werden damit jährlich etwa 150.000 kWh Strom eingespart.

Zudem werde die Abwärme des Rechenzentrums zum Beheizen einer angrenzenden Halle verwendet. „Wenn wir den Ausbau der Digitalisierung vorantreiben möchten, müssen wir die daraus resultierenden Konsequenzen eines steigenden Energieverbrauches mit intelligenten und nachhaltigen Konzepten beantworten“, verdeutlichte Volmer.

Vorbildcharakter für andere Kommunen

Hessens Umweltministerin Priska Hinz, die den Preis überreichte, betonte mit Blick auf das Fuldaer Pilotprojekt: „Fulda hat einen sehr innovativen Ansatz entwickelt und erhebliche Einsparpotentiale mobilisiert.“

Fulda leiste vor diesem Hintergrund wichtige Pionierarbeit: „Es ist eindeutig ein Projekt mit Vorbildcharakter für andere Kommunen mit Rechenzentren“, sagte die Ministerin außerdem. / sec