Baustelle an der B 254: Händler klagen über Umsatzeinbußen

12. Juli 2018
Fulda

Stau, enge Straßen und teilweise kein Durchkommen: Die Bauarbeiten an der B 254 laufen seit Mai auf Hochtouren. Nicht nur die Nerven der Autofahrer sind seitdem strapaziert. Auch die ortsansässigen Händler von Opel Fahr und der Avia-Tankstelle haben mit den Auswirkungen der Dauerbaustelle zu kämpfen.

Von unserem Redaktionsmitglied Jacqueline Kleinhans

„Seitdem die Baustelle eingerichtet ist, mache ich 25 Prozent weniger Umsatz“, sagt Claus-Dieter Faust, Chef der Avia-Tankstelle am Andreasberg. das liege vor allem daran, dass die 30-Tonner-Lkw Schwierigkeiten hätten, zur Tankstelle zu kommen. „Die Zufahrt zu uns ist so eng, da kommen die Lastwagen nicht rum“, erklärt er. Und gerade die seien eine von Fausts Haupteinnahmequellen.

Bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind, wird es aber noch eine Weile dauern. Zwar läuft die Maßnahme laut Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil nach Plan. „Allerdings gibt es Lieferschwierigkeiten bei Baumaterialien. Und das Ordnen, Zurückbauen und Neuverlegen von Versorgungsleitungen führen im ersten Bauabschnitt zu Verzögerungen von etwa zwei bis drei Wochen“, erläutert Annette Kümpel von Hessen Mobil. Zurzeit wird an der Kreuzung Maberzeller Straße/Haimbacher Straße gearbeitet. Die Haimbacher Straße ist in Richtung Haimbach als Einbahnstraße ausgewiesen.

Das macht vor allem Rainer Schwab, Geschäftsführer von Opel Fahr, zu schaffen. „Obwohl die Einbahnstraße ab Höhe der Herbsteiner Straße beginnt, gibt es viele Autofahrer, die über unseren Hof fahren, um auf die Bardostraße zu kommen“, erklärt er. Wenn seine Mitarbeiter das beobachten, versuchen sie, die Fahrer darauf hinzuweisen, dass das Firmengelände nicht als Abkürzung dient. „Vor allem wenn Familien zu uns wollen, kann es für sie als Fußgänger auf dem Hof gefährlich werden“, sagt Schwab.

Die Baustelle mache sich bei der Kundenfrequenz deutlich bemerkbar. „Es kommen weniger Kunden und Interessenten in unseren Verkaufsraum. Die vereinbarten Termine in der Werkstatt werden zum Glück trotzdem wahrgenommen“, so Schwab, und fügt hinzu: „Wenn wir nicht noch weitere Standorte hätten, wären die Einbrüche erheblich größer.“

Baustelle an der B 254: Händler klagen über Umsatzeinbußen

Dass die Baumaßnahme zu Beeinträchtigung führen wird, war bereits vorher abzusehen. In den Stoßzeiten sei es anfangs laut Hessen Mobil zu erheblichen Behinderungen gekommen. Mit einer besseren Ampelschaltung und der „Gewöhnungsphase der Verkehrsteilnehmer auf die neue Situation“ habe sich die Lage verbessert. „Inzwischen hat sich die von uns erwartete, erträgliche Verkehrslage eingestellt. Größere Rückstaus beziehungsweise längere Warteintervalle vor den Ampeln bis zur Grünphase sind bis dato nicht zu erkennen“, sagt Kümpel.

Bei Unfällen in der Baustelle oder wenn der Stau zu groß wurde haben die Beamten des Polizeipräsidiums Osthessen den Verkehr geregelt. „Den Autofahrern bleibt nichts anderes übrig, als die Behinderungen zu akzeptieren – wenn auch zähneknirschend“, sagt Polizeipressesprecher Martin Schäfer. Das müssen auch die Beamten, die sich ebenso an die Regeln halten müssen, sofern sie nicht mit Blaulicht unterwegs sind.

Der Avia-Chef hätte sich gewünscht, dass die Zufahrten zur Tankstelle „durchdachter“ wären. „Die Kunden rufen oft an, um zu wissen, wie sie denn überhaupt zu uns kommen“, sagt Faust. Ohne die Mühen seiner Kundschaft wäre es um die Tankstelle wahrscheinlicher schlechter gestellt. „Hohe Spritpreise, Ferienzeit und Baustelle sind keine gute Kombination.“

Baustelle an der B 254: Händler klagen über Umsatzeinbußen

Für die Bauarbeiter steht währenddessen ein neuer Bauabschnitt bevor. Wenn die Arbeiten an der Haimbacher Straße in zwei bis drei Wochen fertig sein werden, wird die linke Fahrbahn der Haimbacher Straße gesperrt. Dies wird voraussichtlich bis Anfang oder Mitte September dauern. Parallel dazu soll Ende August die Langebrückenstraße voll gesperrt werden. Für die Baumaßnahme ist die Stadt Fulda zuständig.

„Die Stadt saniert die Fahrbahn voraussichtlich ab dem 20. August bis Ende September. Zudem werden Teile der Brücke erneuert“, sagt Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt Fulda. Die Anwohner am Ostufer der Fulda werden ihre Häuser jederzeit erreichen können, betont er. Voraussichtlich fallen dabei Kosten in Höhe einer sechsstelligen Summe an.

Die Hitze sei für die Bauarbeiter in den vergangenen Wochen eine enorme Belastung gewesen, sagt Annette Kümpel von Hessen Mobil. „Für die Straßensanierung hingegen ist es vorteilhaft, wenn es trocken bleibt.“ Bis die Ampeln stehen, Schilder aufgestellt und die Markierungen an der Straß getan sind, wird es wohl November sein. Vier Monate, in denen Verkehrsteilnehmer und Händler vor allem eines brauchen: Geduld.