Bischof Algermissen: „Keiner hat das Recht, über eigenen Tod zu verfügen“

15. November 2015
fulda

Mit der Sterbehilfe hat sich die Theologische Fakultät Fulda bei ihrem Symposion einem kontroversen Thema gewidmet. Bischof Algermissen vertritt dazu eine klare Meinung. Das von Gott geschenkte Leben lasse sich nicht einfach zurückgeben.

Bischof Heinz Josef Algermissen verwies darauf, dass die Diskussion um die Beihilfe zum Suizid wohl im November eine Zuspitzung erfahren werde, da dann der Bundestag über die „Neuregelung der Beihilfe zur Selbsttötung“ abschließend befinden werde. Da dieser Diskussionsprozess höchst bedeutsame existenzielle Fragen des menschlichen Lebens berühre, wäre es ein Unding, diese Fragen an Politiker und Parteien abzugeben. Die Position beider großer Kirchen lasse sich auf die einfache Formel bringen: Jede Hilfe beim Sterben, keine Hilfe zum Sterben.

Das Sterben in Würde könne nur bedeuten, die Art und Weise des Sterbens würdevoll zu gestalten. Daher freue man sich auch auf Seiten der Kirchen über einen in den letzten Monaten deutlich gewordenen politischen Konsens, den palliativ-medizinischen Bereich in Deutschland entschieden ausbauen zu wollen.

Der Wunsch, über den Zeitpunkt des eigenen Todes entscheiden zu können, bringe einerseits die Angst vor einem schmerzvollen Sterbeprozess zum Ausdruck, oftmals auch den Wunsch, anderen auf keinen Fall zur Last zur fallen. Dem setzte der Bischof die theologische Begründung der kirchlichen Position entgegen: Weil das Leben ein Geschenk Gottes sei, habe kein Mensch das Recht, über seinen eigenen Tod zu verfügen. Das von Gott geschenkte Leben lasse sich nicht einfach zurückgeben. Das geschenkte Leben bis zu seinem Ende zu leben und auch das Sterben zu leben, sei vielmehr Ausdruck der wahren Selbstbestimmung des Menschen. / kir