Buchen sterben nach extremer Trockenheit ab – erstmals Wanderweg im Kreis Fulda gesperrt

04. September 2019
Kalbach

Das Dürrejahr 2018 hat dem Wald stark zugesetzt. Und 2019 tut sein übriges: Europaweit sterben Bäume. Auch in unserer Region macht sich das bemerkbar. Jetzt muss sogar ein Wanderweg im Landkreis Fulda gesperrt werden. Das gab es in dieser Form bislang noch nicht. Weitere Sperrungen von Wanderwegen aufgrund absterbender Bäume in der Region sind nicht ausgeschlossen.

Die Forstämter stehen vor Herausforderungen: Fichten sind durch Trockenheit und den Befall durch den Borkenkäfer bedroht. Jetzt geht es auch den Buchen in unserer Region zunehmend schlecht. Das haben bei einem Pressetermin am Mittwoch Vertreter der Gemeinde Motten, der Bayerischen Staatsforsten und des Forstamtes Fulda erklärt.

200 Buchen müssen gefällt werden

An der Landesgrenze zu Bayern in der Nähe von Kalbach-Heubach gibt es einen Premiumwanderweg, die Haubentour, die am Aussichtsturm „Mottener Haube“ vorbeiführt. Circa 200 alte, abgestorbene Buchen stehen rund um den Aussichtsturm. Sie stellen eine Gefahr für Wanderer dar. Denn laut Hessen Forst können schon durch leichten Wind morsche Äste herunterfallen oder Bäume gar umstürzen.

Im Moment ist der Weg gesperrt – so lange, bis die 200 abgestorbenen Bäume sind. Die umfangreichen Arbeiten dafür starten demnächst – und werden laut David Nöllenheidt, Forstamtsleiter Fulda, hoffentlich nur circa drei, vier Wochen dauern. Wanderer werden in dieser Zeit auf dem Weg umgeleitet.

„Die Geschwindigkeit überrascht uns“

„Wir hatten nach der letztjährigen Dürre befürchtet, dass wir in diesem Jahr auch bei Buchen und anderen Laubbäumen Probleme beobachten müssen – doch das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit der jetzt Schäden auftreten und Bäume sterben, überrascht uns“, sagt Nöllenheidt, der sich nicht erinnern kann, dass es das in dieser Form schon einmal gab, geschweige denn, dass deshalb ein Wanderweg gesperrt werden musste.

In ganz Hessen sind übrigens solche Absterbeerscheinungen zu beobachten. Am Ende sind es oft Pilze, die den geschwächten Bäumen das Leben kosten. Die Pilze zersetzen das Holz und machen es brüchig – Kronenteile oder auch ganze Stämme können dann abbrechen. „Dadurch entstehen Gefahren, die allen Waldbesucherinnen und Waldbesuchern bewusst sein müssen“, sagt der Fuldaer Forstamtsleiter.

Tipp: Den Blick nach oben richten

Nur entlang öffentlicher Straßen und an Park-, Spiel- oder Grillplätzen beseitigen die Forstämter akute Gefahren schnellstmöglich. „Innerhalb des Waldes können und müssen wir diese nicht beseitigen.“ Wer sich im Wald bewegt, sollte deshalb immer auch den Blick nach oben richten und den Pausenplatz nicht unter trockenen Baumkronen auswählen.

Mehr zum großflächigen Buchensterben – unter anderem erfahren Sie, wo es in der Region noch deshalb zu Fällungen (und Sperrungen) kommen könnte – lesen Sie am Donnerstag in einem ausführlicheren Bericht in der gedruckten Ausgabe der Fuldaer Zeitung und der Hünfelder Zeitung in der digitalen E-Paper-Ausgabe der Fuldaer Zeitung und der Hünfelder Zeitung. / jev

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