Bürgerschaftspreis 2015: Alfred Gollbach hat ein großes Herz für benachteiligte Menschen

19. April 2015
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Grüsselbach

Als er hört, dass ihn ein anderer als „Engel Alfred“ bezeichnet hat, winkt Alfred Gollbach bescheiden ab. „Ich kann halt nicht anders. Wenn jemand in Not ist, bin ich da. Da lass ich alles stehen und liegen“, sagt der 75-Jährige. Seit Jahrzehnten setzt er sich für andere ein – ob in der Feuerwehr oder bei der Kyffhäuser-Kameradschaft. Besonders am Herzen liegen ihm benachteiligte Kinder.

Es ist kaum möglich, alle Organisationen aufzuzählen, in denen sich Alfred Gollbach aus Grüsselbach bei Rasdorf engagiert. „Zu meiner Glanzzeit waren es 18 Vereine“, erzählt er. Im Keller und seinem Büro reihen sich Urkunden, Auszeichnungen und Plaketten aneinander. Er ist ein Mann, der anpackt. Und dass nicht nur in seinem Heimatort, sondern auch weit darüber hinaus.

Einen Großteil seiner freien Zeit widmet der 75-Jährige der Kyffhäuser-Kameradschaft. „Das ist der älteste Soldatenverein Deutschlands“, erklärt er und fügt hinzu: „Heute helfen wir vor allem Menschen in Not und setzen uns für die Versöhnung mit ehemaligen Gegnern ein.“ 1961 trat er der Kameradschaft in Grüsselbach bei, seit 1991 ist er Vorsitzender in seinem Heimatort, seit 1998 steht er dem Kreisverband Hünfeld vor. Im Landesverband ist er als Schatzmeister tätig.

Wo er zum Beispiel geholfen hat? „Bei einer Familie in Hofgeismar ist zwei Tage vor Weihnachten das Haus abgebrannt. Die haben wir sofort unterstützt. Genauso zwei Familien, die 2002 von der großen Flut in Dresden-Weesenstein betroffen waren“, nennt der fünffache Vater Beispiele.

Kurioser Eintritt in die Feuerwehr

Unermüdlich ist sein Einsatz für benachteiligte Kinder. Seit 15 Jahren betreut er Kinder aus Tschernobyl, die in der Region Urlaub machen. Das Kinderheim in Motzlar, in dem die Kinder für ihren Aufenthalt untergebracht waren, suchte Mobiliar. Dadurch kam der Kontakt mit der Tschernobyl-Hilfe zustande. Seitdem organisiert er Nahrungsmittel, sammelt Spielsachen und Kleider und unternimmt etwas mit den Kindern, wenn wieder eine Gruppe in der Region ist. „Wenn man die glänzenden Augen der Kinder sieht, reicht das als Dank aus.“

In den vielen Jahren seines Engagements hat der 75-Jährige jede Menge Kontakte geknüpft. Die Leute wissen, dass Alfred Gollbach Spenden sammelt. Erst an Ostern hat er wieder 50 Pakete gepackt, die nach Tschernobyl verschickt wurden. Das Packen macht er am liebsten selbst. „Das macht mit Spaß. Da will ich keinen dabei haben“, sagt er lachend. Und auch jetzt haben sich auf seinem Gehöft schon wieder neue Spenden eingefunden – von Kuscheltieren bis Fußballtrikots. Wenn er genügend beisammen hat, unterstützt er auch Hilfstransporte nach Rumänien, Moldawien, Litauen oder in die Ukraine.

Der Elan fürs Ehrenamt ist bei ihm angeboren, sagt der neunfache Opa. Als 15-Jähriger trat er der Feuerwehr bei – wenngleich das nicht geplant war. „Die Grüsselbacher waren zu einem Brand alarmiert, aber sie hatten nicht genug Leute.“ Alfred Gollbach fuhr gerade mit dem Fahrrad an der Feuerwehr vorbei, und die Kameraden setzten ihm kurzerhand einen Helm auf.

Politik, Karneval, Senioren, Küster

„Nach dem Einsatz habe ich eine Runde Bier und eine Runde Würstchen ausgegeben, dann war ich in der Feuerwehr.“ Im Laufe der Zeit wurde er Vorsitzender, Ortsbrandmeister und Wehrführer. Er gründete die Jugendfeuerwehr in Grüsselbach und ist heute Ehrenbrandmeister der Gemeinde Rasdorf.

Auch in der Gemeindepolitik hat er sich viele Jahre engagiert. Ebenso arbeitet er bis heute bei verschiedenen Forstbetriebsgemeinschaften mit. Auch im Karnevalverein ist der ehemalige Prinz von Grüsselbach als Gründungs- und Ehrenmitglied aktiv. Alfred Gollbach hat in der Gemeinde schon viele Ferien-Aktiv-Tage für Kinder veranstaltet. Und auch um Senioren kümmert er sich: Schon etliche Male hat er die Bewohner des Hünfelder Ulrichheims eingeladen.

Ein neues Amt hat er erst seit kurzer Zeit inne: Er ist Küster von Grüsselbach. Und auch bei der Renovierung der Kirche im vergangenen Jahr hat er maßgeblich geholfen – über 200 Stunden war er im Einsatz. „Das klappt noch gut, wenn auch nicht so schnell wie früher.“ Da bleibt nur zu wünschen, dass „Engel Alfred“ noch viele weitere Jahre im Einsatz für andere ist.

Die 20 Nominierten:

– Hugo Barthel (Gersfeld)

– Abdel Bayadrah (Fulda)

– Ernst Claus (Fulda)

Jürgen Fiedler (Petersberg)

– Alfred Gollbach (Rasdorf-Grüsselbach)

Silke Gramatzki-Wieczorek (Fulda)

– Yannik Helm (Nüsttal-Silges)

– Angelika Jestädt (Eichenzell)

– Manfred Letsche (Neuhof)

– Karl Liebert (Fulda-Sickels)

– Heinz Lindenthal (Petersberg)

– Michael Lipus (Neuhof)

– Beate Mahr (Kalbach-Mittelkalbach)

– Lothar Mihm (Eiterfeld-Dittlofrod)

– Christoph Möller (Neuhof)

– Elke Müller (Fulda-Harmerz)

– Christine Osafo (Fulda)

– Herbert Post (Bad Salzschlirf)

– Margarethe Schönherr (Großenlüder-Müs)

– Emily Stein (Großenlüder)

Stimmen Sie ab!

Sie, liebe Leserinnen und Leser, können aus den 20 Frauen und Männern, die wir ab dem heutigen Samstag in unserer Zeitung porträtieren, Ihren Favoriten wählen, von dem Sie sagen „Wenn wir DICH nicht hätten ...“.

Und das geht so: Jeder hat nur eine Stimme. Schreiben Sie Ihren Favoriten auf eine Karte oder in einen Brief und senden Sie uns den Namen per Post an: Verlag Parzeller Stichwort: Bürgerschaftspreis 2015, Frankfurter Straße 8, 36043 Fulda. Oder senden Sie ein Fax an (06 61) 28 02 79 – bitte ebenfalls das Stichwort angeben.

Außerdem wichtig: Wir benötigen auf jeden Fall Ihren Absender mit vollständiger Anschrift, um Mehrfachnennungen auszuschließen. Für Vereine, Familien und andere gilt: Wer eine Liste mit Namen (samt Adressen und Unterschriften) einreichen möchte, darf maximal 20 Stimmen abgeben.

Eine Stimmabgabe per Internet ist erst möglich, wenn wir sämtliche Kandidaten in unserer Zeitung vorgestellt haben. Dann werden Sie auf unserer Webseite ein Formular für die Wahl finden.

Der Preis, den unsere Zeitung zum zweiten Mal auslobt, sieht für den Erstplatzierten 1000 Euro vor. Der Zweit- und Drittplatzierte erhält je 500 Euro. Die Plätze vier bis acht werden mit je 200 Euro bedacht, die Plätze 9 bis 20 mit je 100 Euro.