Bürgerschaftspreis 2015: Ernst Claus betreut Schüler der Dalbergschule

26. April 2015
Fulda

Für die Grundschüler der Adolf-von-Dalberg-Schule ist der Schultag um 12 Uhr normalerweise zu Ende. Im Rahmen der Ganztagsschule bleiben einige aber länger. Diese Kinder betreut Ernst Claus (67) gemeinsam mit seinen Kollegen vom Kinderschutzbund Fulda. Zweimal in der Woche ist der Rentner als ehrenamtlicher Betreuer für die Kinder da.

12.45 Uhr im Betreuungsraum der Dalbergschule. Kinder sitzen an Tischen, malen mit Buntstiften, sitzen am Boden und bauen bunte Legosteine zusammen. Mittendrin: drei Frauen und ein Mann, Ernst Claus. Er ist einer der Betreuer des Kinderschutzbundes. Er bläst in die Pfeife – ein schriller Pfiff ertönt – und ruft einige Kinder zu sich. „Wir gehen in die Turnhalle“, lässt er die Schüler wissen. Jubelschreie. Ernst Claus strahlt.

Der Rentner macht mit den Kindern nachmittags oft Sport. Klettern, Fußball oder Seilhüpfen auf dem Schulhof, Handball, Volleyball oder Lauftraining in der Halle. Bei allem macht der 67-Jährige aktiv mit. „Das freut vor allem die Jungs“, erklärt er. „Wenn ich sage, ich bin heute beim Fußballspielen mal nur der Schiedsrichter, dann beschweren sie sich – und letztendlich spiele ich dann doch mit“, sagt er und lacht.

Er macht mit den Kindern jedoch nicht nur Sport. Seine Arbeit beginnt normalerweise beim Mittagessen. Dann sitzt er gemeinsam mit etwa acht Schülern der ersten bis dritten Klasse an einem Tisch in der Schulmensa und isst mit ihnen. Die Kinder haben dabei einiges zu beachten.

„Anfangs war beim Essen alles sehr chaotisch. Die Kleinen ließen die gesamte Portion wieder in den Mülleimer wandern, verdreckten die Tische, benahmen sich nicht gut“, berichtet Claus. „Wir bringen ihnen bei, dass sie nach dem Essen aufräumen und alles sauber hinterlassen. Schließlich ist es wichtig, dass sie Tischmanieren pflegen und den Wert des Essens schätzen – und nicht die Hälfte davon wegschmeißen“, sagt der ehrenamtliche Sozialbetreuer.

Beim Sport und beim Spielen ist dem 67-Jährigen wichtig, dass sich niemand verletzt und sich die Kinder nicht gegenseitig weh tun. „Beim Fußball zücke ich auch mal die gelbe oder rote Karte“, sagt er.

„Die Arbeit mit den Kindern macht mir Spaß. Und es hält mich jung und fit“, äußert sich der 67-Jährige. „Das schöne ist auch, Feedback von den Kindern zu bekommen.“ Und das ist durchweg positiv. Die Kinder kommen auf ihn zugerannt und rufen „Claus, Claus“ – so nennen sie ihn. „Manchmal wollen drei Kinder gleichzeitig etwas von mir wissen“, sagt er. „Dann muss man jedem gerecht werden.“ Und dabei ist der Fuldaer stets geduldig.

Er ist beliebt bei den Kindern – und genauso gut kommt er beim Kinderschutzbund an. Der Verein hat den 67-Jährigen für den Bürgerschaftspreis vorgeschlagen. „Er ist mit viel Freude bei der Sache, nimmt die Kinder so an, wie sie sind. Außerdem ist er sehr bescheiden, drängt sich nie in den Vordergrund“, begründet Ingrid Auth, Schriftführerin des Kinderschutzbundes Fulda, den Vorschlag. Uta Charlotte Will, Leiterin des Kinderschutzbundes Fulda, pflichtet ihr bei: „Er ist vor allem zuverlässig. Man kann einfach immer auf ihn zählen.

Durch eine Zeitungsanzeige ist Claus auf den Kinderschutzbund aufmerksam geworden. Das ist etwa anderthalb Jahre her. „Ich wollte als Rentner nicht untätig sein – noch ein bisschen was machen“, erklärt Claus. Die ehrenamtliche Arbeit mit Kindern schien da genau das Richtige zu sein. „Diese Arbeit hat einfach gepasst“, freut er sich.

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Übrigens: Viele der Kandidaten können Sie in den nächsten Wochen auf unserer Webseite in Videofilmen sehen. Wir haben jeden interviewt, der damit einverstanden war.

Der Preis, den unsere Zeitung zum zweiten Mal auslobt, sieht für den Erstplatzierten 1000 Euro vor. Der Zweit- und Drittplatzierte erhält je 500 Euro. Die Plätze vier bis acht werden mit je 200 Euro bedacht, die Plätze 9 bis 20 mit je 100 Euro.

Die 20 Nominierten:

– Hugo Barthel (Gersfeld)
– Abdel Bayadrah (Fulda)
– Ernst Claus (Fulda)
Jürgen Fiedler (Petersberg)
Alfred Gollbach (Rasdorf-Grüsselbach)
Silke Gramatzki-Wieczorek (Fulda)
Yannik Helm (Nüsttal-Silges)
– Angelika Jestädt (Eichenzell)
Manfred Letsche (Neuhof)
Karl Liebert (Fulda-Sickels)
– Heinz Lindenthal (Petersberg)
– Michael Lipus (Neuhof)
– Beate Mahr (Kalbach-Mittelkalbach)
– Lothar Mihm (Eiterfeld-Dittlofrod)
Christoph Möller (Neuhof)
– Elke Müller (Fulda-Harmerz)
– Christine Osafo (Fulda)
– Herbert Post (Bad Salzschlirf)
Margarethe Schönherr (Großenlüder-Müs)
– Emily Stein (Großenlüder)

Bei fettgedruckten Kandidaten wurden die Porträts schon veröffentlicht.