Bürgerschaftspreis 2015: Karl Liebert hilft Sickels, wo er kann

25. April 2015
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Sickels

Wenn Karl Liebert von all den Dingen erzählt, die er auf die Beine gestellt hat – seien es Feste im Dorf, der Bau des Bürgerhauses oder die Sickelser Chronik –, betont der 75-Jährige jedes Mal: „Das war nur möglich, weil ich Leute hatte, die mich unterstützten. Allein geht das nicht.“ Viele Sickelser finden allerdings: Ohne Karl Liebert geht es nicht – auch beim Umbau des Sportlerheims.

Ob Karl Liebert überhaupt einmal „Nein“ sagen kann? „Vielleicht würde meine Frau das bejahen“, sagt der 75-Jährige. Doch für Karl Liebert ist es einfach selbstverständlich, mit anzupacken, wenn seine Hilfe benötigt wird. „Irgendwie habe ich wohl ein Faible dafür, mit anderen gemeinsam etwas zu bewerkstelligen“, vermutet der Sickelser. Und falsch liegt er damit sicherlich nicht – immerhin setzt er sich seit mehr als 25 Jahren für seinen Heimatort ein, engagiert sich im Gesang-, Fastnachts- und im Sportverein und organisiert Dorf-Feste.

Angefangen hat alles 1985, als Karl Liebert Ortsvorsteher von Sickels wurde. „Die Leute haben mich gefragt, und ich habe gesagt: ‚Wenn ihr denkt, dass ich der Richtige dafür bin, dann mache ich das‘“, erinnert sich der 75-Jährige. Bis 2011 hatte er das Ehrenamt inne – 26 Jahre. Aus gesundheitlichen Gründen gab er den Posten ab. Trotzdem hat Karl Liebert auch heute noch seine Finger im Spiel, wenn es um den Ort geht – dank des guten Drahtes zu seinem Nachfolger.

Sportlerheim und Bürgerhaus

Gerade erst hat Karl Liebert die Bauleitung bei den Sanierungsarbeiten des Sickelser Sportlerheims übernommen. Der 75-Jährige hat den Finanzierungsplan aufgestellt, die verschiedenen Arbeiten ausgeschrieben, aber auch die Leute als Helfer eingeteilt. Denn das Gebäude entsteht zum Teil in Eigenleistung. Daher notiert Liebert ganz genau, wann wer wie viele Stunden geholfen hat. „Den Innenputz haben wir selbst gemacht“, erklärt er, als nächstes sind die Fliesen dran. Manchmal ist Karl Liebert den ganzen Tag vor Ort. Denn pünktlich zum Fest zum 50-jährigen Bestehen des Sportvereins im November soll das Haus fertig sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass unter der Aufsicht von Karl Liebert in Sickels etwas entsteht. „Ich komme aus der Baubranche und habe auch Bekannten schon ab und an beim Hausbau unter die Arme gegriffen“, sagt er. Bei der Errichtung des Bürgerhauses war Karl Liebert ebenfalls maßgeblich beteiligt. Bis hin zur Einweihungsfeier 1994 hat er alles organisiert. „Das habe ich natürlich nicht allein gemacht“, betont er immer wieder.

Immer das nächste Projekt im Visier

Zur Einweihungsfeier kam ihm allerdings noch eine Idee: Liebert wollte eine Chronik von Sickels erstellen. Kaum war der Gedanke geboren, saß der gelernte Maurer- und Stahlbetonbaumeister auch schon im Marburger Staatsarchiv, um die Historie seines Wohnortes zu erforschen. „Mit den Einnahmen durch das Fest haben wir dann das Buch finanziert“, erklärt Liebert. „Auch dabei hatte ich Hilfe. Ich bin kein Mann der einsamen Entscheidungen“, fügt er hinzu. Das Wissen über den Ort, das in der Chronik verpackt wurde, konnte Karl Liebert 2006 wieder gut gebrauchen: 1050 Jahre Sickels wurde damals vier Tage lang gefeiert. Karl Liebert hat dazu eine historische Ausstellung im Bürgerhaus auf den Weg gebracht.

Woher er die vielen Ideen und die Motivation nimmt, sich so in das Ortsgeschehen einzubringen? „Es macht mir einfach Spaß, außerdem bleibe ich fit“, sagt er. „Und wenn man den Leuten etwas entgegenbringt, bekommt man auch etwas zurück.“ Da wundert es nicht, wenn mancher ihn den „Ortsversteher“ nennt. Übrigens: Das nächste Projekt steht. „Ich habe schon eine neue Idee im Hinterkopf – die hat mit der Chronik zu tun“, verrät der Sickelser.

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