„Demokratie leben!“: Erste Demokratiekonferenz fand mit mehr als 80 Teilnehmern statt

09. April 2019
Fulda

Mehr als 80 interessierte Bürgerinnen und Bürgern aus den verschiedensten Teilen der Zivilgesellschaft fanden sich im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg ein, um der ersten Fuldaer Demokratiekonferenz beizuwohnen. Eingeladen hatte Lena Müller, Koordinatorin des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ der Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie.

Als zweites Projekt nach „Fulda lebt bunt“, ist mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ nun erneut eine Initiative gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und für die Stärkung von Toleranz, Vielfalt und Demokratie in der Fuldaer Gesellschaft zu Hause. Das schreibt die Stadt Fulda in einer Pressemitteilung.

Die Stadt ist damit eine von mehr als 320 Partnern in ganz Deutschland, die sich im Förderprogramm engagieren. Das Programm wird in diesem Jahr mit Geldern in Höhe von rund 115 Millionen Euro ausgestattet, von denen der Fuldaer Partnerschaft 37.000 Euro zur Verfügung stehen, die der Umsetzung von lokalen Projekten von Vereinen und Initiativen dienen sollen, welche sich der Förderung von Demokratie und Vielfalt vor Ort widmen.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld freut sich über den Startschuss des Projekts, der mit der Demokratiekonferenz am Aschenberg erfolgt ist. In einem als Begrüßung vorangestellten Interview mit Müller legt er seine Sicht der Dinge dar: „Demokratie braucht Engagement und wie Demokratie ausgestaltet wird, muss immer wieder neu verhandelt werden“, betont Wingenfeld und bedauert die niedrige Wahlbeteiligung in weiten Teilen des Landes, die durch weitere Beteiligungsmöglichkeiten aber gut unterstützt werden kann.

Anknüpfend an die Vorstellung des Förderprogramms berichtete Christopher Vogel vom Mobilen Beratungsteam Hessen (MBT), welches sich für die Stärkung der Zivilgesellschaft und für lebendige Demokratie einsetzt, über Krisen und Potentiale gesellschaftlicher Veränderungen mit besonderem Schwerpunkt auf die Arbeit im ländlichen Raum, der gerne auch als Rückzugsraum demokratiefeindlicher Gesinnungen genutzt wird.

Nachdem sich die Teilnehmenden während einer Mittagspause ausgiebig über ihre eigenen Erfahrungen und Projekte austauschen konnten, ging es in drei thematisch spezifischen Workshops sowie einem Thementisch zu rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt weiter. Wie ist die Situation in Fulda? Wie steht es um die religiöse Vielfalt und wie geht man mit Hetze im Netz um? Diese und weitere Fragen konnten im Rahmen der Workshop-Angebote mit aktuellem und regionalem Bezug diskutiert werden.

Bei einem gemeinsamen Abschluss haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Organisatoren den Bedarf für weitere Austauschmöglichkeiten festgestellt und bereits Ziele vereinbart, die die Partnerschaft für Demokratie gemeinsam mit der Fuldaer Stadtgesellschaft zukünftig angehen möchte. Vor allem im Bereich der Unterstützung von Betroffenen von Diskriminierung wird ein großer Bedarf gesehen, genauso wie bei der Jugendförderung und Sensibilisierung der Gesellschaft zu rassistischer und rechtsextremer Einstellungen im Alltag. Erste Ideen zu Projekten, die im Rahmen des Bundesprogramms gefördert werden können, wurden untereinander bereits ausgetauscht und sollen bald umgesetzt werden.

Ergänzend zur jährlich stattfindenden Demokratiekonferenz bietet die Koordinierungs- und Fachstelle der lokalen Partnerschaft für Demokratie ab sofort eine Sprechstunde für Interessierte an, um Themen rund um das Engagement innerhalb der Partnerschaft zu besprechen. Ebenso dient die Sprechstunde der Vernetzung und bietet eine Verweisberatung bei Problemlagen entsprechend der Ziele der Partnerschaft an. Die Sprechstunde findet jeden Dienstag von 16 bis 17 Uhr im Behördenhaus am Schlossgarten im Raum 255 statt. Termine außerhalb der Sprechstunde können mit Frau Müller unter lena.mueller@fulda.de oder unter (0661) 102 3201 vereinbart werden. / lea

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