Deutsche Bischofskonferenz beginnt – Mitglieder beraten über den „Synodalen Weg“

23. September 2019
Fulda

Die deutschen Bischöfe wollen ab Montag in Fulda über einen Reformprozess beraten. Der Vatikan hat sie gewarnt, bloß nicht zu weit zu gehen. Nun gibt es versöhnliche Töne aus Deutschland, dennoch wird der „Synodale Weg“ das überragende Thema der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz sein, die vom 23. bis 26. September stattfindet.

Seit 1867 kommen die deutschen Bischöfe regelmäßig am Grab des heiligen Bonifatius zu Beratungen zusammen. In den nächsten Tagen diskutieren 69 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung von Kardinal Reinhard Marx insbesondere über den geplanten Reformprozess, den sogenannten „Synodalen Weg“, den die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) gemeinsam mit dem Zentralkomitees der deutschen Katholiken anstrebt.

Dieser Prozess soll vier Punkte umfassen: den Umgang der Kirche mit Macht, die kirchliche Sexualmoral, die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat) und die Position von Frauen in der Kirche. Der Vatikan hat die deutschen Bischöfe in diesem Monat jedoch unmissverständlich darauf hingewiesen, dass sie in so zentralen Fragen keine Entscheidungen treffen könnten. Das sei der Weltkirche vorbehalten.

Versöhnliche Töne im Konflikt mit dem Papst

Der ZdK-Präsident Thomas Sternberg, schlägt kurz vor der Bischofskonferenz versöhnliche Töne an: „Wir wollen nicht gegen das Kirchenrecht verstoßen. Es war nie die Absicht, Beschlüsse zu fassen und umzusetzen, die in die weltkirchliche Kompetenz gehören.“

Es gebe jedoch Entscheidungen, die unbestritten von den deutschen Katholiken allein getroffen werden könnten. „Zum Beispiel: Wie ist die katholische Kirche in Deutschland organisiert? Wer entscheidet über die Finanzen?“, so Sternberg. Grundsätzliche Fragen wie etwa die Zulassung von Frauen zum Priesteramt könnten dagegen nicht allein in Deutschland entschieden werden.

Feierlicher Eröffnungsgottesdienst

Weitere Themen der Herbstvollversammlung sind politische Entwicklungen in Deutschland nach den Landtagswahlen, die Klimadebatte und ein bevorstehendes Bischofstreffen zur Amazonas-Region.

Im Fuldaer Dom findet am Dienstag, 24. September, um 7.30 Uhr der feierliche Eröffnungsgottesdienst statt. Die Predigt wird Kardinal Reinhard Marx halten. Dazu sind alle Gläubigen aus der Region eingeladen.

Mehrere Protestveranstaltungen in Fulda

Drei Protestveranstaltungen am Rande der Vollversammlung der deutschen Bischöfe hat die Stadt Fulda bislang registriert. Hintergrund sind Reformwünsche, die Christen an die Bischöfe herantragen wollen. Diese treffen sich von Montag bis Donnerstag in der Barockstadt.

Rund 300 Personen erwartet die katholische Frauengemeinschaft kfd am Montag in der Innenstadt. Sie wollen zum Start einer Aktionswoche „für eine geschlechtergerechte Kirche“ als „purpurfarbener Lindwurm“ zum Versammlungsort der Bischöfe ziehen. Dort soll Verbandschefin Mechthild Heil sprechen. Nach kfd-Angaben will dort auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, mit den Frauen reden.

Jugend und Frauen demonstrieren für mehr Mitspracherecht

Am Donnerstag will der Zusammenschluss Maria 2.0 unter dem Motto „Jetzt ist die Zeit: Frauen streiten für ihre Kirche“ demonstrieren. Unterstützt werden sie von weiteren Initiativen darunter auch der kfd aus Poppenhausen. Die Bischöfe Michael Gerber (Fulda) und Franz-Josef Bode (Osnabrück) sind zum Gedankenaustausch eingeladen worden.

Ebenfalls am Donnerstag will sich die Katholische junge Gemeinde (KjG) zu Wort melden. Die Forderung lautet „Strukturveränderungen in der katholischen Kirche – mutig, zeitnah, transparent“ und soll ganztägig an einem Infostand in der Nähe des Doms präsentiert werden.