Singender Pfarrer hat fast 100.000 Euro gesammelt

16. August 2013
Gersfeld

Sie gehören zusammen wie Fulda und der Dom, Rhön und die Wasserkuppe: der Gersfelder Pfarrer Friedhelm Dauner und seine Gitarre. Im Oktober erscheint seine elfte CD. Seit 18 Jahren ist er im Musikgeschäft. In dieser Zeit hat der singende Pfarrer fast 100.000 Euro gesammelt. Das Geld kommt einem Projekt in Bolivien zugute.

Friedhelm Dauner hat die Rekordmarke im Blick: 100.000 Euro sollen es in diesem Jahr werden. Seit 1995 Jahren ist der Rhöner Geistliche im Musikgeschäft, hat zehn Musikalben veröffentlicht, die im vergangenen Jahr 92.000 Euro eingespielt haben. Mit der elften CD, die unter dem Titel "In der Tiefe" steht und im Oktober erscheint, sollen weitere Spenden fließen. "Ich denke, 10.000 Euro kommen in diesem Jahr dazu", sagt Dauner. Das Geld fließt Pater Sebastian Obermaier zu, der in Bolivien ein Jugendzentrum leitet.

Bis er die Rekordsumme knackt, will der als singende Pfarrer bekannte Dauner die Werbetrommel rühren: 3000 Werbeflyer und Bestellkärtchen stapeln sich derzeit in der Pfarrei und werden demnächst an Kunden verschickt werden. "Viele Stammkunden", wie der 68-Jährige betont. Mittlerweile ist das Geschäft mit der Musik so umfangreich geworden, dass Dauner nur noch Läden in der Region beliefert. Der Musikverlag organisiert den Verkauf der CD im übrigen Deutschland. Zu seinen Kunden zähle inzwischen auch der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), der gleich sieben CDs orderte. Dieser habe ihn zugleich darauf aufmerksam gemacht, dass sein Geburtsort Schollene nicht in Brandenburg liegt, sondern im schönen Nachbarbundesland. Schollene gehört jedoch historisch zum Kurfürstentum Brandenburg. Aufgewachsen ist Dauner in einem musikalischen Haushalt in Leverkusen: Sein Vater spielte Akkordeon, Zither und Gitarre, sein Onkel war Rundfunkmusiker.

Eingestiegen ins Musikbusiness war Pfarrer Dauner in den 90ern: Schon als Kind, während des Studiums der Theologe und später als Kaplan bei Gottesdiensten griff er gern zur Gitarre und sang. Die Idee, mit seinem Hobby Gutes zu tun reifte, nachdem ein Gottesdienstbesucher ihn nach der Messe gefragt hatte, ob er denn Musikkassetten mit seinen Gesang verkaufe und dass er doch mal im Musikstudio professionelle Aufnahmen machen könne. 1995 wurde die erste Kassette veröffentlicht. Weil dieses bei Gläubigen großen Anklang fand, folgte 1997 das zweite Album, 2001 die erste Weihnachts-CD. Zwischen 2005 und 2011 brachte er sogar jährlich eine CD auf den Markt, eine davon ist seinen Eltern gewidmet. Wie viele Plattenträger er verkauft hat, weiß Dauner nicht. Einige wurden mehrfach nachproduziert, zwei Alben sind inzwischen vergriffen. Jedoch sorgt der singende Pfarrer aus der Rhön immer für Nachschub: CD Elf erscheint im Oktober. Und: "Für die übernächste CD für 2014 habe ich auch schon Ideen."