Die erste Ampelfrau in Fulda regelt den Verkehr

21. August 2014
Fulda

Sie hat zwei Zöpfe und trägt wahlweise ein grünes oder ein rotes Röckchen. An der Ronsbachstraße steht die erste Ampelfrau in Fulda. Wird sie eine Einzelgängerin bleiben?

In der Fuldaer Ronsbachstraße regelt an der Kreuzung zur Weserstraße nun eine Frau den Verkehr – zumindest den Fußgängerverkehr. Denn hier steht die erste Fußgängerampel mit einem Ampelweibchen. Die Fußgänger, die am Mittwochmittag hier die Straße überqueren, finden die Idee gut: „Das ist doch lustig, mal was anderes“, sagt ein Mann. „Da bleibt man doch gerne stehen“, sagt ein anderer. Und eine Fußgängerin meint: „Das nenne ich mal Gleichberechtigung.“ Fußgänger Lars Schwemer erinnert die neue Ampel an seine Heimat. „Die kenne ich noch gut aus Berlin“, sagt er. Denn das Ampelweibchen ist das Pendant zum Ost-Ampelmännchen.

Die Resonanz auf die neue Ampelfrau sei bisher sehr positiv, sagt auch Steffen Landsiedel vom Städtischen Tiefbauamt. „Deshalb werden wir das in Zukunft mischen, weiblich und männlich.“ Wo genau die nächste Frauen-Ampel aufgestellt wird, ist aber noch nicht klar. Die neue Ampel in der Ronsbachstraße sei erst einmal ein Test. Mit dem neuen Ampelweibchen gibt es insgesamt drei verschiedene Ampelfiguren in Fulda. Die männlichen und weiblichen Ostvarianten und ihr dünnerer Kollege, das Westmännchen.

An den Straßen in Fulda, für die das Städtische Tiefbauamt zuständig ist, werden nur noch die Ostvarianten aufgestellt. Die Ostmännchen stehen zum Beispiel in der Rabanusstraße am Uniplatz und passend zum Namen an der Ostumfahrung. Die Begründung: „Bei den Figuren ist die Erkennbarkeit besser, weil die Fläche größer ist“, sagt Steffen Landsiedel. Bei den Ampelfrauen ist die Fläche dank Rock sogar noch größer. Vor allem Kinder und Jugendliche würden die Fußgängerampeln mit Ostfiguren besser wahrnehmen.

Die erste Ampelfrau gab es übrigens in Zwickau. Hier wurde 2004 eine Fußgängerampel mit weiblichen Figuren aufgestellt, 2005 folgte eine weitere in Dresden. Die Initiatorin war die Dresdener Gleichstellungsbeauftragte. Deshalb sorgte die Ampel damals für bundesweites Medieninteresse. In Fulda ist die Gleichstellung von Ampelmann und Ampelfrau aber laut dem Tiefbauamt kein Grund.