Die Geschichte der Frau: Robby Cyron in der Galerie Kunst im Kutscherhaus

19. Oktober 2019
Fulda

„Nude“ – nackt – ist die aktuelle Ausstellung mit Fotografien von Robert Cyron in der Galerie Kunst im Kutscherhaus überschrieben; und das ist kein Titel mit Metaebene oder sonst einer symbolischen Bedeutung. Er sagt schlicht und gerade heraus, was zu sehen ist: Nacktheit. Weibliche Nacktheit.

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Zimmer

Keep cool, Alice S. Wer die Schau mit den 63 Bildern von Robert Cyron betritt, wird von einer Art Manifest eingestimmt. Cyron, 1970 geborener ehemaliger Schüler des Fuldaer Fotografen Walter Rammler, erklärt in einem Wandtext, was für ihn Schönheit ist: „Der weibliche Körper, dessen Geheimnisse mich immer wieder aufs Neue faszinieren.“ Dabei gehe es ihm nicht um die Oberfläche, sondern „um die Geschichten, die jede Frau mit und durch ihren Körper erzählt“. Diese Geschichten fängt er ein in seinen Schwarz-weiß Bildern mit effektvollem Licht- und Schattenspiel. Es sind ausgeklügelt komponierte Akte, auf denen er die ganze Klaviatur der erotischen Darstellung bespielt.

„Romantisch“ nennt zum Beispiel die Galeristin Ursula Bernhardt Großaufnahmen von Gesichts- und Körperdetails, bei denen das Nackte nur vage zu erahnen ist. Ein Hauch Geheimnis umwehe diese Arbeiten. Anders das Foto, das auf dieser Seite abgebildet ist: Die weichen Konturen des Körpers kontrastieren mit den harten Kanten von Klavier und Türöffnung. Daneben zeigt Cyron Beispiele aus seiner „Nath“-Reihe, die auch in Buchform vorliegt und eine Frau in den Fokus stellt, die ihre geballte Sexualität dem Betrachter entgegenhält mitsamt Genre-typischen geöffneten Lippen, herausfordernden Blicken und unverklemmten Posen. Das letzte Kapitel der Ausstellung sind dann Ergebnisse von „Playboy“-Shootings, die von dem Magazin aussortiert wurden. Hatten die Verantwortlichen Angst vor kecken Bunny-Häschen? Oder war ihnen das dann doch etwas zu artig?

Bis Ende November, Dienstag bis Donnerstag von 16 bis 18, Freitag bis 20 Uhr.