Die Kritik an den neuen Busfahrplänen in Fulda reißt nicht ab

08. Januar 2020
Fulda

Die neuen Busfahrpläne bleiben Zankapfel: Aus den Reihen der Oppositionsfraktionen in Stadt und Landkreis Fulda kommt Kritik.

In der Stadt dringt die SPD-Fraktion auf eine rasche Überprüfung der veränderten Linienführungen. Es gebe „vermehrte Beschwerden über wegfallende Haltestellen und unverständliche Streckenverläufe“, erklärt der Pressesprecher der Fraktion, Hans-Joachim Tritschler. Die RhönEnergie als Verkehrsträger müsse – so fordert die SPD – den neuen Nahverkehrsplan rasch überprüfen, um zeitnah mögliche Änderungen vorzunehmen.

Stadtpolitik fordert Fahrplanänderungen: Linie 60 und Linie 43 im Blick

Neben der Debatte um die Grundsteuer hat vor allem das Thema Verkehrspolitik die Haushaltssitzung des Stadtparlaments bestimmt. Aus den Reihen der Opposition gab es immer wieder Kritik an der Umsetzung des städtischen Nahverkehrsplans. Auf vielen Linien seien trotz Verbesserungen zu bestimmten Zeiten noch immer zu wenig Stadtbusse unterwegs.

Wenn die Verkehrsgesellschaft des Kreises (LNG) bereits im Januar wie angekündigt eine erste Revision der neuen Fahrpläne durchführt, sollte dies auch für die Stadtbusverbindungen möglich sein. Tritschler erklärt, die SPD-Fraktion wolle zur ersten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 10. Februar einen entsprechenden Antrag einbringen. Außerdem werde die Fraktion darauf dringen, dass spätestens zum Fahrplanwechsel im nächsten Dezember „gravierende Verbesserungen des Stadtbusverkehrs“ erreicht werden. Dazu gehört zum Beispiel die Einführung eines Kurzstreckentickets, das es in anderen Städten in Hessen längst gebe.

SPD: Umsetzung des Nahverkehrsplans „eine Farce“

„Wer den öffentlichen Nahverkehr verbessern und damit akzeptabler machen will, muss erstmal investieren. Der öffentliche Nahverkehr sollte deshalb bei der Stadt an oberster Stelle sein und nicht weiterhin nachrangig gegenüber dem Pkw-Verkehr eingeordnet werden“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. In seiner Rolle als Co-Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes geht Tritschler noch weiter. In einer weiteren Pressenotiz nennt er die Umsetzung des Nahverkehrsplans „eine Farce“.

In Fulda herrsche „nahezu Stillstand“. Die Verbesserungen hielten sich „in sehr begrenztem Rahmen“. Bei der Erstellung des neuen Nahverkehrsplans seien „hervorragende Ideen“ entwickelt worden, die allerdings umgesetzt wurden. „So wurde die geplante Ausweitung der Hauptverkehrszeiten in die Abendstunden hinein nicht umgesetzt, ab 19.30 Uhr gilt weiterhin der Stundentakt! Die Planungen, die Busse freitags und samstags bis nach Mitternacht fahren zu lassen: eingefroren. Ganz zu schweigen davon, dass noch nicht mal alle Stadtteile an den Stadtbusverkehr angebunden werden, wie das Beispiel der Stadtteile Gläserzell, Kämmerzell und Lüdermünd zeigt“, so Tritschler.

Zwischenbericht bis zur nächsten Kreistagssitzung

Nicht nur die Planungen für das Stadtbusnetz, sondern auch die Linienführung und -taktung auf den kreisweiten Linien ruft Kritik hervor. Wie die Linksfraktion im Kreistag erklärt, gebe es auch hier „zum Teil sehr massive Beschwerden“. „Wir bitten daher Landrat Woide als Aufsichtsratsvorsitzender der LNG Fulda und als Mitglied im RMV-Aufsichtsrat sich umgehend der berechtigten Kritik aus den Reihen der Nutzer anzunehmen“, erklärt Pressesprecher Winfried Möller in einer Pressenotiz.

Er plädiert dafür, dass in einer „konzertierten Aktion“ die einzelnen Beschwerden sammeln und zusammenführen, um bis zur nächsten Kreistagssitzung am 17. Februar einen ersten Zwischenbericht geben zu können. Ziel müsse es sein, „durch kurzfristige Änderungen und Ergänzungen einen an den tatsächlichen Bedürfnissen orientierten Fahrplan vorzulegen, der die Zustimmung aller Nutzerinnen und Nutzer findet.“ / zen

RMV erhöht Preise zum 1. Januar um durchschnittlich 1,5 Prozent

Wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mitteilt, finde die Preisanpassung auf dem niedrigsten Niveau seit der Verbundgründung statt. Mehrere neue Angebote sorgten zudem dafür, dass viele Fahrgäste günstiger unterwegs sein könnten als bisher. Günstiger wird es beispielsweise für rund 1,3 Millionen Menschen, die 65 Jahre oder älter sind: Für 365 Euro fahren Seniorinnen und Senioren mit dem „Seniorenticket Hessen" ein Jahr lang mit dem ÖPNV durchs ganze Bundesland.

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