„Dipperz goes North Cape“ (4): Duo will sich nicht quälen und bricht Tour ab

14. Juni 2018
Dipperz

Das hatten sich Nico Ifland (38) und Dirk Möser (47) anders vorgestellt: Die Dipperzer wollten auf Vespas bis ans Nordkap fahren. Ein Motorschaden, weitere kleine Pannen und das Wetter in Norwegen haben sie schließlich zum Umdisponieren bewegt.

Von unserem Redaktionsmitglied Leon Schmitt

21 Tage hatten die Männer vorgesehen, um ans Nordkap in Norwegen zu fahren - und wieder nach Dipperz zurück. Bis Skanderborg in Dänemark verlief das Vorhaben nach Plan. Doch dann hat Iflands Vespa schlapp gemacht. Im Garten eines hilfsbereiten Skanderborgers durften sie ihre Zelte aufschlagen. Fünf Tage verbrachten sie dort bis Ifland seine Vespa wieder in Schuss bringen konnte - Zeit, die das Duo nicht eingeplant hatte.

Aufgeben wollten sie trotzdem nicht. Und so versuchten sie die verlorenen Tage wieder aufzuholen. Bis zu 500 Kilometer am Tag legte das Duo auf den Zweirädern zurück, um ihr Ziel vom Nordkap noch zu erreichen. Das hat laut den beiden nicht nur sie belastet, sondern auch das Material. Immer wieder mussten sie halten, um kleinere Reparaturen vorzunehmen.

„Dipperz goes North Cape“ (4): Duo will sich nicht quälen und bricht Tour ab

Trotz der Anstrengung haben sie auf ihrer Reise durch Norwegen versucht, möglichst viele Eindrücke zu sammeln. Gerade die Landschaftsroute „Trollstigen“ hat die beiden begeistert. Sie seien sehr glücklich darüber, diesen Streckenabschnitt gefahren zu sein. An jedem Rastplatz, den sie befuhren, brachten sie Aufkleber mit ihrem Logo an.

Als der nächste Schaden an Iflands Vespa auftrat, gerieten die beiden ins Grübeln. „Es ist wie ein roter Faden, der sich durch die Tour zieht“, zeigte sich Ifland ein wenig bedrückt. „Ich bin gespannt, wie lange der Esel noch durchhält“, rätselte er. Dann fing auch Mösers Gefährt an zu schwächeln.

„Dipperz goes North Cape“ (4): Duo will sich nicht quälen und bricht Tour ab

Im norwegischen Trondheim angekommen, überdachten sie ihr Vorhaben. Aus dem Motto „Aufgeben ist keine Option“ wurde die Frage „Sinn oder Unsinn?“. Die Männer kamen zu dem Entschluss, dass es eben keinen Sinn macht, immer weiter Richtung Norden zu fahren – mit dem Wissen, die ganze Strecke auch wieder zurückfahren zu müssen.

Parallel erfuhren sie im Internet, dass die Temperaturen weiter nördlich teilweise bis zum Gefrierpunkt abfallen. Man hätte mit viel Regen und vereinzelt sogar Schnee rechnen müssen. Nicht die besten Voraussetzungen für zwei Rollerfahrer. Und auch wenn sie jeweils mit 50 Kilogramm Ausrüstung bepackt waren, kamen Ifland und Möser schon knapp 1.800 Kilometer weiter südlich an ihre körperlichen Grenzen.

„Wir haben uns das Nordkap zwar als Ziel gesetzt, uns ist aber von Anfang an klar gewesen, dass wir uns dafür nicht bis zum bitteren Ende quälen würden“, sagt Ifland. Viel wichtiger sei es ihnen, die bis dahin gesammelten Eindrücke mitzunehmen und den Spaß nicht zu verlieren.

„Dipperz goes North Cape“ (4): Duo will sich nicht quälen und bricht Tour ab

Und das taten sie nicht. Fast jeden Abend haben sie bei Facebook Live-Videos geschaltet, um ihre Freunde und Anhänger auf dem Laufenden zu halten – meist mit einer Dose Hopfenbräu in der Hand. Als sie verkündeten, ihr Vorhaben abzubrechen und die Heimkehr anzutreten, entgegnete man ihnen mit Verständnis.

Von Trondheim aus starteten sie die Rückreise über das schwedische Östersund. Nachdem sie Schweden und Dänemark durchquert hatten, sollte es wieder nach Deutschland gehen. In Warnemünde, einer Hafenstadt an der Ostsee wurden sie mit einem selbstgemachten Banner von Iflands Patentante empfangen. „Unglaublich, was man für uns macht“, denkt der 38-Jährige zurück.

Am vergangenen Dienstag ist das Duo schließlich in Dipperz angekommen. „Es fühlt sich definitiv besser an, auf unseren Rollern nach Hause zu kommen, als auf einem Abschleppwagen“, sind sie sich einig. Herzlich wurden sie in ihrer heimischen Bäckerei empfangen. „Wir haben das beste aus der Situation gemacht und trotzdem eine coole Tour erlebt“, sagt Ifland. Die hinterlassenen Sticker auf ihrer Route erinnern daran.

„Dipperz goes North Cape“ (4): Duo will sich nicht quälen und bricht Tour ab

„Dipperz goes North Cape" (1): Nico Ifland und Dirk Möser fahren auf Vespas ans Nordkap

Von unserem Redaktionsmitglied Leon Schmitt „Als wir uns das überlegt haben, war schon ein wenig Alkohol geflossen", scherzen die Freunde. Doch ans Nordkap zu fahren, ist für beide mehr als eine Schnapsidee. „Ich will mir damit einen großen Wunsch erfüllen", sagt Dirk Möser.

„Dipperz goes North Cape" (2): Motorschaden an Tag zwei - Mission Nordkap gefährdet?

Schon nach der ersten Etappe auf ihrem Weg ans Nordkap müssen Nico Ifland und Dirk Möser einen herben Rückschlag einstecken. Wegen eines Motorschadens ist Iflands Vespa am gestrigen Samstag auf einer Autobahn in Dänemark stehengeblieben.

„Dipperz goes North Cape" (3): Rhöner Roller-Duo beginnt Tour zu genießen

Nachdem die erste größere Reparatur geschafft ist, haben die Dipperzer Nico Ifland (38) und Dirk Möser (47) am achten Tag ihrer Vespa-Tour zum Nordkap begonnen, die Landschaft zu genießen. Das Rhöner Roller-Duo ist mittlerweile am Geirangerfjord in Norwegen angekommen.