Edelkrebse, Wildkatze und Rotmilan – World Ranger Day in der Rhön

31. Juli 2019
Schornhecke

Die Rhönranger gibt es seit 25 Jahren. Um ihre Arbeit vorzustellen und gleichzeitig den World Ranger Day (Welt-Ranger-Tag) zu feiern, hat das Biosphärenreservat am Mittwoch an die Schornhecke zwischen Wüstensachsen und Oberelsbach eingeladen.

Seit einem Vierteljahrhundert sind die Ranger des Biosphärenreservats in der Rhön im Einsatz. Mittlerweile ist die Zahl der hessischen Ranger von vier auf sieben angestiegen.

Vielfältige Aufgaben

Sie sind längst nicht mehr nur Naturschutzwarte, die darauf achten, dass Wanderer auf den Wegen bleiben und ihre Hunde an der Leine halten, um bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Die Aufgaben der Ranger sind mit der Zeit vielfältig geworden.

Führungen von Gruppen, der Besuch in Kindergärten und Schulen, Präsenz bei Veranstaltungen, Landschaftspflege – das machen alle sieben. Außerdem hat jeder selbst Projekte, die er betreut.

Erhalt des Edelkrebses

Joachim Walter setzt sich beispielsweise für den Erhalt des Deutschen Edelkrebses ein, von dem es in Rhöner Flüssen immer weniger gibt. Beim World Ranger Day am Mittwoch hatte er sogar einige Exemplare dabei, um den Besuchern einiges darüber zu erklären. Zum Beispiel, dass sie bis zu 20 Jahre alt werden können.

Auch zur Wildkatze und zum Rotmilan, die ebenfalls durch Projekte des Biosphärenreservat geschützt werden sollen, erfuhren die Besucher am Parkplatz Schornhecke kurz hinter der hessischen Landesgrenze einiges Wissenswertes.

„Sie sind die Gesichter der Rhön“

Landrat Bernd Woide (CDU) nahm den 25. Geburtstag der Rhön-Ranger zum Anlass, um deren Arbeit zu loben: „Sie sind vor allem ein Bindeglied zwischen Natur und Mensch. Sie sind die Gesichter der Rhön.“

Auch der Verwaltungsstellenleiter des Biosphärenreservats, Torsten Raab, betonte: „Ihr seid die Herzkammer der Verwaltungsstelle.“ Er überreichte jedem Ranger als Geschenk eine Bierflasche mit einem Foto der Ranger darauf. Er wies auch auf die Bedeutung des World Ranger Days hin und sagte, dass an diesem Tag auch derer gedacht wird, die in Asien oder in Afrika bei dem Einsatz als Ranger verletzt oder sogar getötet werden.

Der World Ranger Day an der Schornhecke dauerte von 10 bis 15 Uhr. Auch die Junior-Ranger waren dabei, Jugendliche, die unter anderem Honig herstellen und lernen, Insektenhotels zu bauen. Und wer weiß: Vielleicht werden sie einmal in die Fußstapfen der Rhönranger treten. / jev

Hintergrund:

1872 wurde in den USA der erste Nationalpark ausgewiesen, der Yellowstone National Park. Acht Jahre später nahm dort Harry Yount als erster Ranger der Welt seine Arbeit auf. In Deutschland werden Ranger hauptsächlich in Großschutzgebieten (Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks) eingesetzt. Am 31. Juli wird jedes Jahr der World Ranger Day (Welt-Ranger-Tag) begangen.