Ehefrau umgebracht – 14 Jahre Gefängnis für 37-Jährigen

11. Februar 2019
Fulda

Das Landgericht Fulda hat am Montag einen 37-jährigen Mann aus Rotenburg an der Fulda wegen Totschlags und versuchter schwerer Brandstiftung zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte für 14, die Nebenklage 15 Jahre Haft und die Verteidigung für Freispruch plädiert.

Nach einem sieben Monate langen Indizienprozess sieht es das Gericht als erwiesen an, dass der Familienvater am 17. Oktober 2017 seine von ihm getrennt lebende 33-jährige Ehefrau erwürgt oder erdrosselt hatte. Anschließend hat er die Wohnung in Brand gesteckt, um die Tat zu verdecken.

Der Richter begründete das Urteil mit vielen Beweisen. Das Handy des Angeklagten sei – belegt von einem Gutachter – im Tatzeitraum am Tatort geortet worden. Die Ehefrau habe zuvor eine halbe Stunde lang mit Bekannten gechattet. Der Zeitpunkt ihrer letzten Nachricht passe zum Beginn der Handyortung des Angeklagten. Die Getötete hatte DNA-Spuren des Angeklagten unter ihren Fingernägeln und der Angeklagte eine kleine Verletzung hinter dem linken Ohr – laut Richter Spuren eines Kampfes.

Die Polizei war zunächst von einem Unfall durch das Feuer in der Wohnung der von dem Angeklagten getrennt lebenden Ehefrau ausgegangen. Erst bei der Obduktion war aufgefallen, dass die Frau bereits vor dem Brand gestorben war. Der Angeklagte hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert. Er sagte, er habe bei seiner Frau nur einen Schulranzen und Spielzeug für die Kinder abgeholt. Der Verteidiger kündigte Revision an. / dpa