Eichenzeller Roboter soll Handicap von Tiger Woods und Clint Eastwood verbessern

25. Juli 2015
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Welkers

Was in Eichenzell-Welkers derzeit gebaut wird, ist weltweit einzigartig. Zumindest bezeichnen die Mitarbeiter der Firma Isel ihren Golfroboter, den sie gemeinsam mit einer Berliner FH produzieren, so. Er soll Stars und Anfängern beim Abschlagen helfen.

Von unserem Redaktionsmitglied Sascha-Pascal Schimmel

Früher spielte Tiger Woods alles in Grund und Boden. Heute ist er bis auf Rang 258 der Golf-Weltrangliste abgestürzt. Zuletzt gehörte der Amerikaner 1996 nicht den Top 250 an.


Sollte es mit dem einstigen Golf-Gott noch einmal bergaufgehen, kann sich auch die Firma Isel aus Eichenzell auf die Schulter klopfen.

Woods trainiert seit diesem Jahr mit Hilfe eines Golfroboters, den Isel mit einer Berliner Fachhochschule konzipiert. „Das Produkt ist weltweit einzigartig“, sagt Andreas Trabert, Vertriebsleiter von Isel. Zu dem Gemeinschaftsprojekt tragen die Eichenzeller eine Hexapod-Kinematik inklusive Steuerelektronik bei. Aus Berlin stammen Software und die dahintersteckende Mathematik.

Das Ziel: 100 Roboter bis Jahresende

Isel beschert das Projekt große Aufmerksamkeit. Die Unternehmensgruppe mit ihren 300 Mitarbeitern an vier Standorten ist bisher eher Insidern bekannt. Am Sitz im Industriegebiet Rhön in Eichenzell-Welkers produziert Isel unter anderem Reinraum-Roboter, die während der Produktion von Computer-Chips eingesetzt werden.

Nun also auch Golfroboter. Vor fünf Jahren erblickte der erste Prototyp das Licht der Welt. „Dieses Jahr haben wir die Produktion für den Verkauf gestartet“, sagt Vertriebsleiter Trabert. 20 Roboter hat Isel bisher hergestellt. Bis Jahresende sollen es 100 sein.

„Für die Produktion eines Roboters brauchen wir eine Woche. Der Vertrieb läuft über ein in der Golfszene bekanntes US-Unternehmen“, sagt Andreas Trabert. 150.000 Dollar kostet ein Roboter. Neben Tiger Woods leisten sich Hollywood-Star Clint Eastwood sowie einige renommierte Golfclubs einen.

Golfer empfinden Bewegung nach

Was macht die Roboter so besonders? Sie bringen Anfängern bei, richtig abzuschlagen, und helfen Profis, ihre Schläge zu optimieren.

Das läuft folgendermaßen: Ein Golfschläger wird in die Halterung des Roboters geklemmt. Während Golfschüler oder Profis den Griff des Schlägers in beiden Händen halten, führt die Maschine die Schlagbewegung aus. Der Golfer geht diese Bewegung mit und lernt so den korrekten Ablauf.

Werden nun alle zu Golf-Champs?

In der Software des Vorführroboters in Eichenzell sind 30 verschiedene Schläge vorinstalliert. „Im Prinzip können es allerdings beliebig viele sein“, sagt Andreas Möller, bei Isel zuständig für den Robotik-Vertrieb. Zum Beispiel vom Trainer auf seinen Schüler abgestimmte Schläge oder die der Golfstars.

Ob künftig dank Isels Golfroboter alle so gut abschlagen können wie Tiger Woods zu seiner besten Zeit? Das wird sich zeigen.