Eika gegen ACI: Die wichtigsten Ereignisse im unendlichen Rechtsstreit

09. April 2015
FULDA

Der Streit zwischen ehemaligen Eika-Geschäftspartnern aus dem Jahr 2008 ist noch immer nicht beigelegt. Im Prinzip wollen alle Geld aus der zweiten Insolvenz 2012. Das Landgericht Fulda hat jetzt über die 15-Millionen-Euro-Forderung von ACI Real Estate Dubai entschieden. Sie sei nicht nachrangig, so heißt es im Juristendeutsch. Wir skizzieren die wichtigsten Ereignisse in dem Rechtsstreit.

Erstens:

2008 war die Eika insolvent und wurde von Mark Toschek und Peter Rasenberger gekauft. Rund 12,7 Millionen Euro erhielten sie von ihrem Geschäftsfreund Robin Lohmann, Geschäftsführer des Fonds ACI Dubai. Doch die drei Männer zerstritten sich sehr bald, Lohmann forderte die Millionen zurück und ließ sich das Recht dazu damals vom Gericht bestätigen. Toschek und Rasenberger zahlten dennoch nicht, meldeten stattdessen 2012 für die Eika Insolvenz an.

Zweitens:

Damit sah sich ACI als Gläubiger und wollte statt der nun um die 15 Millionen Euro im Tausch die insolvente Eika übernehmen. Doch dazu kam es nicht. Tatsächlich wurde die Kerzenmanufaktur dann von der niederländischen Bolsius-Gruppe gekauft, die sie zum 1. April 2015 geschlossen hat.

Drittens:

Für ACI-Geschäftsführer Lohmann blieb es unterdessen wichtig, juristisch klären zu lassen, dass ACI als Gläubiger der Insolvenz 2012 nicht als nachrangig eingestuft werden dürfe. Diese Entscheidung hat am 30. März 2015 das Landgericht Fulda getroffen. ACI sieht das als Erfolg. “Die Forderung von Robin Lohmann gegen die Eika ist erstrangig”, erklärt ACI-Sprecher Uwe Wolff.

Viertens:

Es ist davon auszugehen, dass der Gläubigerausschuss entscheidet, Berufung einzulegen. Damit geht der Rechtsstreit in die nächste Runde. Priorität hat jetzt der Verkauf der Eika-Liegenschaft von rund 60.000 Quadratmetern. Der Werksverkauf läuft zunächst weiter.

Übrigens:

An die Gläubiger ist bislang noch kein Geld geflossen – etwa vom Erlös aus dem Verkauf an den letzten Eika-Eigentümer Bolsius. Die angemeldeten Forderungen belaufen sich auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag – der überwiegende Teil werde von ACI und Gesellschafterseite beansprucht, sagt Insolvenzverwalterin Sandra Mitter. Und nur wenn deren Forderungen nachrangig wären, könnten die Forderungen von „sonstigen Gläubigern wie Lieferanten“ voll befriedigt werden.