„Eika gehört zu Fulda!“ – Mitarbeiter eröffnen nach Insolvenz eigenes Kerzengeschäft

30. September 2015
Fulda

Nach der Insolvenz des Fuldaer Traditionsbetriebs Eika wagen zwei Mitarbeiter den Schritt in die Selbstständigkeit. Markus Atzert und Jörg Kock möchten Mitte Oktober in der Fuldaer Rangstraße ihr eigenes Kerzengeschäft mit dem gesamten Eika-Sortiment eröffnen. „Eika gehört zu Fulda“, ist Kock überzeugt.

Von unserem Redaktionsmitglied Stefan Schoder

Während Eika-Mitarbeiter das Grundstück in Fulda räumen, herrscht in einem Büro Aufbruchstimmung. Bereits in wenigen Wochen möchten Markus Atzert und sein Kollege Jörg Kock ihren eigenen Kerzenladen in Fulda eröffnen.

„Bisher haben wir nur positive Resonanz auf unsere Geschäftsidee bekommen“, sagt Atzert. Oftmals bedauerten Kunden, dass der Werksverkauf bald schließt. „Eika-Kerzen stehen für Qualität“, ergänzt Kock. „Viele verbinden die Marke direkt mit Fulda.“

Die Idee für die Geschäftsgründung kam Atzert Mitte August. Mit seinem Wissen über die Zahlen des Werksverkaufs schritt der IT-Leiter zur Tat, rechnete alles durch und kam zu dem Schluss: Das schafft er auch in Eigenregie, ohne das Werk hinter sich.

Ganz allein wollte er das Projekt aber nicht stemmen. Er nahm Kollegen Kock, der 15 Jahre im Werksverkauf gearbeitet hat, zur Seite und überzeugte ihn von seiner Idee. „Eigentlich wollte ich nur zur Toilette gehen“, sagt Kock lachend. Unterstützt werden die beiden von Betriebsleiter Karl Sennert. Er sei überrascht gewesen, erzählt Atzert. Nicht überrascht von der Geschäftsidee, sondern davon, dass niemand zuvor darauf gekommen sei.

Neues Geschäft etwa so groß wie Werksverkauf

Rund sechs Wochen später sind die Pläne ausgereift. Die beiden Männer haben bereits eine passende Immobilie in der Rangstraße, neben einer Kik-Filiale, gefunden. Hier stehen ihnen insgesamt 660 Quadratmeter mit rund 300 Quadratmetern Verkaufsfläche zur Verfügung. Damit sei das neue Geschäft ähnlich groß wie der alte Werksverkauf, sagt Atzert. Ihr Sortiment, das alle Eika-Produkte umfassen soll, wollen sie von der Bolsius-Gruppe beziehen, die 2013 das Fuldaer Unternehmen aufgekauft hatte und weiterhin Eika-Kerzen in den Niederlanden und in Polen produziert.

Mitte Oktober wollen sie eröffnen. Ob ihnen das gelingt, können sie noch nicht sagen. Es steht noch einiges Organisatorisches an. Außerdem müssen sie noch einen Namen für ihr Geschäft finden.