Ein Jahr auf dem Gnadenhof in Heubach: Vierlings-Kälber sind nun stolze Teenager

05. September 2018
Heubach

Leo, Elian, Ronja und Nelli – die süßen Vierlings-Kälbchen entzückten vergangenes Jahr die ganze Region. Landwirt Matthias Jehn hatte sie auf seinem Gnadenhof in Heubach aufgenommen. Doch was ist aus ihnen geworden?

Von unserem Redaktionsmitglied Corinna Hiss

Auf dem Gnadenhof versorgt Matthias Jehn Rinder, die vor dem Schlachter gerettet wurden. Finanziell unterstützt wird er dabei vom Tierschutzverein Rüsselheim, der Paten für die Tiere sucht. Seit zwei Jahren gibt es den Hof im Kalbacher Ortsteil Heubach nun schon. Angefangen hatte es mit zwei Rindern: Die leicht renitente Kuh Johanna, die aus einem Stall in Rheinland-Pfalz ausgebüchst war, und ihr Kalb Josefine. Heute leben 220 Rinder auf dem Gnadenhof.

Vergangenen Sommer kam dann prominenter Zuwachs: Die Vierlings-Kälbchen aus dem Allgäu fanden bei Matthias Jehn ein neues Zuhause. „Vierlings-Kälbchen sind selten. Das ist wie ein Sechser im Lotto“, schwärmt Jehn. Aus den kleinen Kälbchen, die damals nicht größer waren als ein Schäferhund und kaum 80 Kilogramm wogen, sind mittlerweile Teenager geworden. Gut 250 Kilo bringen sie auf die Waage. „Die Rhöner Luft hat ihnen gutgetan“, sagt Jehn scherzhaft.

Rund 1,8 Hektar Land stehen ihnen zur Verfügung. Tägliche Verpflichtungen? Fehlanzeige. „Sie sollen einfach leben und sich wohl fühlen“, sagt der Heubacher.

Damit der Gnadenhof weiter bestehen und wachsen kann, werden Tierpaten gesucht.

Eine Vollpatenschaft für ein Rind kostet 120 Euro im Monat. Aber auch fünf Euro monatlich helfen den Tieren. Regelmäßig finden Patentreffen auf dem Hof statt. Weitere Informationen erteilt der Verein Rüsselheim, der übrigens nichts mit der Stadt Rüsselsheim zu tun hat. Der Name des Vereins rührt daher, dass er ursprünglich für die Rettung von Schweinen gegründet wurde. Heute werden nicht nur die Rüsseltiere vor dem Schlachttod gerettet, sondern auch Rinder, Schafe, Ziegen und Ponys. Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, der kann mit dem Verein über die Homepage Kontakt aufnehmen.

Einen ausführlichen Bericht zum Gnadenhof in Heubach und den Dürreproblemen, mit denen auch Landwirt Matthias Jehn zu kämpfen hat, lesen Sie in der heutigen Ausgabe der Fuldaer Zeitung oder im E-Paper.

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