Ein Zaun für Menschen in Not: Spenden in Plastiktüten als Hilfsangebot

27. März 2020
FULDA

An einem Zaun in der Weimarer Straße hängen Tüten, gefüllt mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln oder Kleidung. Die Jugendkulturfabrik und die mobile Jugendarbeit der Stadt Fulda haben einen sogenannten Gabenzaun mit Spenden für Bedürftige errichtet.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

Zahlreiche Plastiktüten hängen verteilt an drei Bauzäunen vor der Jugendkulturfabrik. Im Inneren der Tüten befinden sich Nudeln, Äpfel, Taschentücher, Süßigkeiten, Mützen und vieles mehr.

Der Grund: „Die Tafel hat geschlossen, und viele Menschen brauchen gerade jetzt Hilfe“, verdeutlicht Nezam Kiniki von der mobilen Jugendarbeit Fulda. Die Aktion soll ein niederschwelliges Angebot für alle hilfsbedürftigen Menschen in der Region sein.

Jeder kann mithelfen

Teil dieser Aktion kann jeder werden, wie Christopher Bruckner von der Jugendkulturfabrik erklärt: „Es können alle kommen und spenden, indem sie eine Tüte an den Zaun hängen.“ Wichtig dabei sei allerdings, dass dieser Ort der Solidarität nicht als Müllplatz verstanden wird. Bis auf abgelaufene Lebensmittel und Alkohol sind alle Gaben gerne gesehen.

Generell appellieren die zwei bei der Aktion an einen respektvollen Umgang aller. „Wir wollen ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen und Solidaritätshilfen entstehen lassen“, sagt Bruckner. Daher sei es wichtig, dass hilfsbedürftige Menschen das Angebot nicht ausnutzen und helfende Hände die Zäune nicht als Entsorgungsplatz alter Gegenstände verstehen.

Weitere Zäune möglich

Dass weitere Zäune in der Region entstehen werden, ist laut Kiniki sehr wahrscheinlich, da aktuell viele Menschen in sozialen Netzwerken aktiv sind und solche Projekte ins Leben rufen. Ein weiterer Gabenzaun wurde vom DRK Fulda in der Karlstraße aufgestellt. „Die Aktion rund um den Zaun startet ab jetzt. Ich hoffe, dass viele helfen werden, da niemand weiß, wie lange die Coronakrise noch anhält“, so Kiniki.

Not macht erfinderisch

Das Prädikat „wertvoll“ verleiht Jugendpfarrer Alexander Best für das Engagement und verweist auf das Sprichwort „Not macht erfinderisch“. „Gut vernetzt über soziale Medien starten Jugendliche Hilfsaktionen. Ich freue mich über jedes kreative soziale Engagement der jungen Leute“, so Best.

Zustimmung gibt es auch von Professor Dr. Richard Hartmann, Vorsitzender der Fuldaer Tafel: „Die Bedürftigkeit ist gewaltig. Alle Hilfsangebote sind aktuell herzlich willkommen.“ Die Tafel ist indes immer noch geschlossen. Am kommenden Montag wird aber diskutiert, inwiefern Angebote in Tagen der Coronakrise geschaffen werden können, sagt Hartmann.

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Allerdings sollen die Tafelkunden vor der Einrichtung vorsorgt werden, um die Helfer möglichst gut zu schützen. Dazu trägt auch das schon bislang praktizierte Modell bei, die Waren für die Kunden in Kisten zusammen zu stellen. Option Bringdienst Sollte es zu einer Ausgangssperre kommen, überlegt das DRK einen Bringservice anzubieten, um die Menschen weiter zu versorgen.

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