Großeinsatz am Klinikum: Patient verletzt Polizisten und Krankenhausmitarbeiter mit Pfefferspray

13. Juli 2019
Fulda

Ein 66-jähriger Patient hat am Freitagabend in der Notaufnahme des Klinikums in Fulda vier Polizisten, fünf Mitarbeiter des Krankenhauses und sich selbst mit einem Pfefferspray verletzt. Der Betrieb der Notaufnahme musste deshalb vorübergehend verlagert werden.

Um 20.19 Uhr informierte die Leitstelle über den Einsatz in der Pacelliallee. „Ein Patient mit einer psychiatrischen Erkrankung hatte ein Pfefferspray dabei, das er aus bislang ungeklärter Ursache zog und einsetzte“, teilte Dr. Petra Zahn, Klinikdirektorin der Notaufnahme, am Freitagabend mit.

Der Patient hat dabei sich selbst sowie neun weitere Personen verletzt, berichtete Thomas Helmer, Leiter der Feuerwehr Fulda. Die Personen erlitten Reizgasverletzungen mit den typischen Beschwerden: tränende Augen und Rachenreizung.

Zur psychiatrischen Begutachtung vorgestellt

Wie die Polizei in der Nacht auf Samstag berichtete, war der 66-Jährige Mann aus Thüringen gegen 20 Uhr von Polizeibeamten zur psychiatrisch Begutachtung im Klinikum vorgestellt worden. Er war zuvor wegen Zahlungsschwierigkeiten aufgefallen.

In der Notaufnahme ist er laut Polizeibericht zunehmend aggressiv geworden, weshalb weitere Beamte zur Unterstützung angefordert wurden. Während der polizeilichen Maßnahmen habe der Thüringer das Reizgasspray gegen die Beamten und das Klinikpersonal eingesetzt.

Klinikbetrieb in Teilen unterbrochen

Laut Helmer hat man das versprühte Pfefferspray beim Eintreffen der Einsatzkräfte deutlich in den Räumlichkeiten der Notaufnahme gerochen. Um die Patienten vor dem Reizgas zu schützen, wurde der Betrieb der Notaufnahme vorübergehend verlagert und in Teilen unterbrochen. Nachdem die Räume gelüftet worden waren, konnte der Betrieb gegen 21.30 Uhr wieder wie gewöhnlich fortgesetzt werden.

66-Jähriger in geschlossene Psychiatrie eingeliefert

Der 66-Jährige wurde in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie eingeliefert. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Polizeibeamte und gefährlicher Körperverletzung.

Bürgermeister Dag Wehner (CDU), der telefonisch über den Einsatz informiert worden war, verschaffte sich als Mitglied des Klinikum-Aufsichtsrates vor Ort ein Bild über die Lage. / lio, mlo