Entscheidung zu zweitem Sternenpark Deutschlands - Bewerbung der Rhön

07. August 2014
Gersfeld

Das Biosphärenreservat (BR) Rhön fiebert der Entscheidung zur Anerkennung als zweiter Sternenpark in Deutschland entgegen. Am (heutigen) Donnerstag (17.00 Uhr) will die International Dark Sky Association in den USA das Votum bekanntgeben.

Das Schutzgebiet im Drei-Länder-Eck Hessen, Bayern und Thüringen will die Lichtverschmutzung verringern und sich fürs Energiesparen einsetzen. Zudem kann das Biosphärenreservat den Sternenhimmel ohne den Schein überflüssiger Lichtquellen auch touristisch besser vermarkten.

Vollständig anerkannt als Sternenpark in Deutschland ist bisher nur der Naturpark Westhavelland. Weltweit gibt es laut Verband 17 Sternenparks und acht -reservate. Zum ersten wurde 2007 ein Nationalpark in Utah/USA ernannt. In solchen Sternenparks ist der Himmel unbelastet von Lichtquellen recht finster. So können etwa Sternenbilder besser beobachtet werden. Das Biosphärenreservat Rhön sei nach Messungen prädestiniert als Sternenpark, sagte Torsten Raab von der hessischen Verwaltungsstelle des BR Rhön.

Eine Arbeitsgemeinschaft der fünf Rhön-Landkreise erarbeitete zudem Richtlinien für die Kommunen. So sollen sie für weniger und technisch sinnvollere Beleuchtung sorgen. Lampen sollen Licht zum Beispiel nicht unnötig himmelwärts abgeben. „Aber bereits jetzt vor der Umsetzung aller Maßnahmen haben wir gute Werte für eine Anerkennung“, befand Raab.

Sternenparks leisteten einen wichtigen Teil zum Natur- und Gesundheitsschutz. Einem Fachartikel im Magazin „Ecology and Society“ zufolge wächst die Lichtverschmutzung in Deutschland jährlich um sechs Prozent. Das ruft Umweltschützer auf den Plan. Immerhelle Umgebung irritiere das Wachstum von Pflanzen und beeinträchtige die Orientierung von Zugvögeln und Insekten. / dpa