Erinnerung an NS-Verbrechen in Fulda: Schweigemarsch durch Innenstadt geplant

04. Dezember 2019
Fulda

Mit einem Schweigemarsch soll am Donnerstag, 5. Dezember, an die 135 Menschen erinnert werden, die von den Nationalsozialisten am 8. Dezember 1941 von Fulda nach Riga deportiert und zum großen Teil dort ermordet wurden.

Der Marsch beginnt um 12.30 Uhr am Jerusalemplatz, wo sich früher der jüdische Friedhof befand, und endet um 13.15 Uhr am Bahnhofsvorplatz. Am Bahnhof wurden die Opfer in Waggons gepfercht.

„An alle Deportationen erinnern“

„Ziel ist, dass wir in Fulda an alle Deportationen erinnern, nicht nur an die vom Dezember 1941, sondern auch an die der Sinti und Roma im März 1943 und die zweite und dritte der Fuldaer Juden im Mai und September 1942“, sagt Anja Listmann, die den Marsch angemeldet und organisiert hat. Listmann forscht seit vielen Jahren zum Schicksal der jüdischen Bürger in Fulda und in anderen Städten der Region.

„Am Donnerstag sind die Namen der 135 Deportierten vorbereitet, sodass jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin, wenn er oder sie das möchte, eine oder zwei Personen symbolisch mit auf den Weg zum Bahnhof nehmen und dort den Namen der Person vorlesen kann“, sagt Listmann.

Der Erinnerungsmarsch fand vor einem Jahr anlässlich des Jahrestags von 80 Jahren Reichspogromnacht das erste Mal statt. / vn

Vor 80 Jahren brannten die Synagogen: Schweigemarsch in Gedenken an die Pogromnacht

Ein Stück grausame Geschichte jährt sich zum 80. Mal: Am 9. Und 10. November 1938 wurden auch in Fulda bei der Pogromnacht jüdische Geschäfte zerstört, Grabsteine umgeworfen und jüdische Familien auseinandergerissen. In Gedenken an die Gräueltaten fand am Dienstagvormittag ein Schweigemarsch durch die Fuldaer Innenstadt statt.

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