Erstes Schulhaus Ende des 17. Jahrhunderts – Fliedetalschule blickt auf lange Geschichte zurück

16. Januar 2020
Flieden

Sieben Phasen kennzeichnen den Schulbau in Flieden. Ein Rückblick auf die Zeit seit Mitte des 17. Jahrhunderts gibt einen guten Überblick von den Anfängen bis heute.

Der älteste namentlich bekannt Lehrer in Flieden war Crafft Melchior Bock. Er unterrichtete von 1644 bis 1677 die Kinder vermutlich in der Wohnstube seines Hüttneranwesens im Ringweg – heute ist das die Remise des Heimatmuseums. Die früheste Erwähnung eines Schulhauses stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts: Dieses Gebäude stand am Abhang auf der Westseite des Kirchhofs.

1883 ist Neubau entstanden

Der Privateingang zur Lehrerwohnung lag unmittelbar gegenüber dem Glockenturm. Für die Kinder gab es einen separaten Zugang, der vom Mittelpodest der Treppe an der Giebelseite in Schulzimmer führte. Das eingeschossige Fachwerkhaus erhielt 1828 ein zweites Stockwerk für einen zusätzlichen Klassenraum. Außerdem wurde ein zweiter Lehrer eingestellt, da die Schülerzahl auf 303 Kinder angewachsen war.

Weil die Bevölkerung im 19. Jahrhundert weiter wuchs, mussten zur Verbesserung der Unterrichtsbedingungen schon bald weitere Räume geschaffen werden. 1883 entstand ein Neubau auf der Fläche des heutigen Dorfplatzes gegenüber dem Rathaus. Neben der Lehrerwohnung gab es darin zwei Zimmer, in denen die beiden Mädchenklassen unterrichtet wurden. Entsprechend waren zwei zusätzliche Lehrer erforderlich.

Für Pausenhof musste ein Gebäude weichen

Kaum 25 Jahre später musste sich die Gemeinde abermals mit dem Thema Neubau befassen. Dafür wurde ein Gehöft, das zwischen den beiden Schulhäusern lag, ausgesiedelt und das alte Fachwerkgebäude abgebrochen. Die heute noch vorhandene Schule von 1910 hat einen L-förmigen Grundriss und verfügt in Erd- und Obergeschoss je drei Klassenräume, Lehrer- und Konferenzzimmer sowie die ehemalige Schulküche.

Ein Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg machte sich erneut bemerkbar, dass die Räume knapp waren, und die Planung sah einen Anbau in südlicher Richtung vor. Er entstand 1956/57 und umfasste zwei Klassenräume, einen Gymnastikraum, in den schon bald eine Klasse einzog, ein Lehrerzimmer und ein Lehrmittelraum. Im Kellergeschoss war neben der Heizung noch Platz für einen Werkraum. Die Verbindung zum Altbau schuf eine Pausenhalle, dahinter befanden sich die Toiletten. Für einen neuen Pausenhof musste ein weiteres Gebäude weichen.

Zusätzliche Gebäude im Jahr 1971

1966 kamen zehn Fertigteile eines Schulhauses aus dem Sauerland per Lkw nach Flieden, um erneut Schulräume zu schaffen. Die einzelnen Elemente wurden auf ein vorbereitetes Fundament gesetzt und nach wenigen Tagen war der Pavillon, der heute nicht mehr vorhanden ist, am Magdloser Wasser bezugsfertig. Für seinen Standort musste wie bereits 1956 ein Teil des Pfarrgartens in Anspruch genommen werden.

Sehr viel größer war der Flächenbedarf aus Pfarrbesitz für zusätzliche Gebäude im Jahr 1971. Er umfasste das gesamte Areal bis an das Magdloser Wasser sowie einen Teil der ehemaligen Hofreite eines benachbarten Bauernhofs. Der dreigeschossige Erweiterungsbau besaß zwölf Unterrichtsräume und Zusatzeinrichtungen. Zum gesamten Schulkomplex kamen noch eine Sporthalle und eine Hausmeisterwohnung. In jenem Jahr wurde auch das Gebäude von 1883 niedergelegt. / FZ

Viele Neuerungen und Barrierefreiheit: Fliedetalschule für 4,8 Millionen Euro saniert

Neues Gebäude, neue Klassenräume, ein neuer Schulhof, neue Mensa und komplett barrierefrei: Die Fliedetalschule in Flieden erstrahlt in neuem Glanz. Für 4,8 Millionen Euro hat der Landkreis Fulda die Schule erneuert und saniert. Sie ist damit für die rund 280 Schüler ein idealer Ort zum Lernen und Leben.

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