Fake News verbreitet - Polizei ermittelt

20. Januar 2020
Fulda

Unbekannte haben am Sonntag in den sozialen Netzwerken, darunter Facebook und WhatsApp, getarnt als das Online-Portal OsthessenNews eine erfundene Nachricht verbreitet. Bei dem angeblichen Fall eines jungen Mannes, der in Gersfeld tot geprügelt worden sei, handelt es sich laut Polizei um eine Falschmeldung.

Die Polizei schlägt Alarm: „In verschiedenen sozialen Netzwerken wurde eine fingierte Nachricht verbreitet, die den Eindruck erweckte, vom Nachrichtendienst OsthessenNews zu stammen.“

Junger Mann sei tot geprügelt worden

„Dabei wurde berichtet, dass am Sonntagmorgen ein junger Mann in Gersfeld tot geprügelt worden sei. Diese Nachricht ist falsch und kann auch in keinem anderen Kontext mit dem Geschehen und den polizeilichen Einsätzen in Osthessen am Wochenende in Verbindung gebracht werden“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

Logo und Layout des Nachrichtenportals

Wie die OsthessenNews in einem eigenen Artikel erklärt, war in dem konkreten Fall sowohl das Logo als auch das Layout des Nachrichtenportals verwendet worden, um die Falschmeldung zu verbreiten.

Die Falschmeldung ist laut Polizei direkt gemeldet und entfernt worden. Doch ob die Meldung tatsächlich nirgends mehr zu finden ist, sei schwer zu sagen. „Wir müssen noch nachvollziehen, wo die Meldung überall verbreitet wurde“, erklärt Polizeisprecher Dominik Möller unserer Zeitung.

Suche nach Urhebern der Falschmeldung

Wer oder wie viele Täter Urheber der Falschmeldung sind, dazu kann die Polizei ebenfalls aktuell noch nichts sagen. OsthessenNews kündigte an, Strafanzeige gegen den oder die Täter erstatten zu wollen.

Hinweise nimmt die Polizei unter (0661) 1050 entgegen. / akh

Experte: "Fake News" sind wie Gift

Marburg/Frankfurt (dpa/lhe) - Ein frei erfundenes Verbrechen oder bewusste politische Falschmeldungen: "Fake News", die vor allem über das Internet verbreitet werden, dürften auch in diesem Jahr für Verunsicherung und Ärger sorgen. Der Marburger Politikwissenschaftler Thomas Noetzel hält die bewusste Verbreitung von Falschmeldungen für "ein Gift, das in den öffentlichen Diskurs einsickert".

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