Feier zu Geburt des Sohnes: 27-Jähriger nach Disko-Besuch in Fulda krankenhausreif geschlagen?

13. Mai 2015
Fulda

In Fulda ist offenbar erneut ein Mann krankenhausreif geprügelt worden. Der junge Familienvater ist von Unbekannten nach einem Besuch der Diskothek Musik Park attackiert worden. Er liegt drei Tage nach dem Angriff noch im Klinikum.

Das berichtete die Familie des Verletzten. Die Polizei bestätige auf Anfrage unserer Zeitung, dass es zur Anzeige gebrachte Vorfälle sowohl im Ausgangsbereich der Diskothek als auch unweit der Lokalität gab. Die Ermittlungen laufen derzeit. Der Musik Park wies eine telefonische Anfrage unserer Zeitung zu der Angelegenheit unbeantwortet zurück.

Den Angaben der Ehefrau und der Schwester des mutmaßlichen Opfers zufolge hatte der 27-Jährige die Geburt seines vor elf Wochen geborenen Sohnes in der Nacht zu Sonntag im Musik Park feiern wollen. Gegen 5 Uhr hätte das gerade zum zweiten Mal Eltern gewordene Ehepaar die Disko dann verlassen wollen.

Türsteher vermuteten Zechpreller

“Wir mussten 71 Euro zahlen, hatten aber nur 30 Euro Bargeld im Portemonnaie, was wir aber erst an der Kasse merkten”, berichtet die 26-jährige Ehefrau. “Als ich meine Schwägerin holen wollte, damit sie den Rest bezahlt, wollte mein Mann, der betrunken war, schon mal die Jacken holen.” Nach Rufen der Kassiererin seien dann zwei Türsteher reingekommen und hätten dem 27-Jährigen einen Faustschlag verpasst und sich anschließend auf seinen Brustkorb gesetzt.

“Mein Mann hatte ein blaues Auge und eine blutige Nase und schimpfte vor sich hin, wie das Betrunkene so tun”, berichtet die junge Mutter weiter. Mit einem Nachbarn zusammen habe das Ehepaar dann den etwa 1,5 Kilometer langen Heimweg angetreten. Noch in unmittelbarer Nähe der Diskothek hätten schließlich aber vier, fünf Männer die Verfolgung des Trios aufgenommen.

“Denke an die Kinder”

Beleidigungen (“Du bist eine Muschi, hast keine Eier in der Hose.”) sollen von den Verfolgern gefallen sein, woraufhin der betrunkene Familienvater ebenfalls zurück beleidigt hätte. Trotz Beschwichtigungen der Ehefrau (“Lass’ uns gehen, denke an die Kinder”) habe schließlich ein muskulöser etwa 26 bis 28 Jahre alter Mann dem 27-Jährigen eine Kopfnuss gegeben und ihn gewürgt. Darüberhinaus sei dem Fuldaer ins Gesicht gespuckt worden.

Als die Ehefrau nach eigenen Angaben die Polizei rief, sei die Männer-Gruppe abgehauen. Die 26-Jährige vermutet, dass die Angreifer sie schon am Ausgang der Diskothek abgepasst hätten. “Vielleicht haben sie sich durch ein türkisches Schimpfwort beleidigt gefühlt, mit dem mein Mann die Türsteher beschimpft hatte. Meinen Mann beschimpften sie unter anderem als Nazi. Vielleicht weil er kurze Haare hat.”

Mindestens zwei Wochen krank geschrieben

Der 27 Jahre alte Fuldaer erlitt nach Angaben seiner Ehefrau eine starke Gehirnerschütterung, eine Kehlkopfquetschung und eine schwere Brustkorbprellung. Er wird wohl mindestens zwei Wochen nicht arbeiten können. “Das war bis zu den Schlägen ein supertoller Abend”, berichtet die Schwester des mutmaßlichen Opfers. “Man kann sich ja bald kaum noch trauen, vor die Tür zu gehen. Wir mussten bei dem Angriff an Tuğçe denken. Das hätte böse ausgehen können. Wir können nur froh sein, dass die kein Messer gezogen haben.”

Die Ehefrau des 27-Jährigen beschreibt den Haupttäter wie folgt: etwa 1,85 Meter groß, dunkle, nach hinten gegelte Haare, Drei-Tage-Vollbart, muskulös. Er soll etwa 26 bis 28 Jahre alt gewesen sein und Deutsch mit türkischem Akzent gesprochen haben.

Zuletzt gab es etliche körperliche Angriffe auf offener Straße in der Region. Am Montagabend schlugen drei Unbekannte einen Mann in der Straße Am Rosengarten in Fulda zusammen. Einen Tag vorher hatte ein noch unbekannter Täter in der Straße Am Waldschlößchen in Fulda einem 26-Jährigen einen Faustschlag versetzt, nachdem diese die Frage nach Zigaretten verneint hatte. Ähnliche Attacken hatte es zuvor in Bad Orb und Wächtersbach gegeben. / sar