Freibäder kommen trotz Hitze nicht an Besucherrekord von 2018 heran

04. September 2019
Fulda

Der Sommer war heiß und sonnig – der erwartete Besucheransturm ist in Hessens Freibädern trotzdem ausgeblieben. Die Messlatte aus dem Jahrhundertsommer 2018 lag offenbar hoch.

Kurz vor dem Ende der Badesaison Anfang September haben die Freibäder in Hessen eine verhaltene Bilanz gezogen. Trotz hoher Temperaturen und überdurchschnittlich viel Sonne lagen die Besucherzahlen in den meisten Schwimmbädern bislang deutlich unter denen des Vorjahres, wie eine Stichprobe ergab.

„Der Juni war rekordverdächtig, die drei anderen Monate waren ernüchternd“, sagte ein Sprecher der Städtischen Werke in Kassel. Auch Marburg erwartet keine Besucherrekorde wie 2018. Es habe in dieser Saison einige „extrem gute“ Tage gegeben, dann wieder ganz normale, hieß es von den Betreibern.

Rosenbad in Fulda zählt 124.055 Besucher

Letztlich werde es wohl ein durchschnittlicher Sommer, was die Besucherzahlen angehe. Das Rosenbad Fulda ist mit 50000 Quadratmetern Fläche und 4500 Kubikmetern Wasser das größte Freibad im Landkreis. In dieser Saison kamen (bis einschließlich August) 124.055 Besucher. Das sind weit weniger als 2018, wo die Zahl bei rund 169.000 lag.

Peter Bolz, stellvertretender Betriebsleiter, sagt, dass die letzten Augustwochen das Ergebnis noch einmal verbessert hätten. Durchschnittlich kommen pro Jahr 128.000 Badegäste. 2019 gab es eine Besonderheit: Die Besucherzahlen im Mai waren mit 6900 so schlecht wie nie – die Zahlen im Juni waren mit 58.600 so gut wie nie. Geöffnet ist bis zum 8. September.

Der große Freibäder-Check der Region

Wenn die Hitze drückt, hilft manchmal nur noch ein Sprung ins Wasser. In der Region gibt es eine ganze Reihe an Schwimmbädern, die Abkühlung und Badespaß versprechen. Das ein oder andere dürfte wohl noch weitgehend unbekannt sein. Deswegen haben wir Ihnen eine Übersicht erstellt:

In Wiesbaden zeigte sich der Betreiber der städtischen Schwimmbäder „grundsätzlich zufrieden“ – wenngleich auch dort „die außergewöhnlich hohe Messlatte des Vorjahres nicht getoppt werden wird“. Wegen der vergleichsweise milden Temperaturen sollen die Freibäder in der Landeshauptstadt teilweise länger geöffnet bleiben. Das Schwimmbad Kleinfeldchen etwa habe bis zum 6. Oktober den Außenbereich geöffnet.

Konkrete Besucherzahlen nannten die meisten Betreiber noch nicht – weil die Saison noch nicht beendet ist. In Marburg etwa wurden in dieser Saison bislang rund 36.000 Badegäste gezählt. 2018 waren es rund 55.000. In die beiden Freibäder in Kassel kamen 2018 rund 190.000 Schwimmer. In diesem Jahr lag die Zahl zuletzt knapp über 130.000.

Ein noch „gutes“ Jahr

Nach dem „absoluten Rekordjahr“ 2018 gehen die Betreiber der Frankfurter Freiluftbäder für diese Saison von geringeren Besucherzahlen, aber immer noch einem „guten“ Jahr aus. Bis Ende August seien fast 765.000 Schwimmer gekommen, berichtete Frank Müller, der Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt GmbH. 2018 waren es im selben Zeitraum rund 905.000 Besucher.

Großer Überblick: Diese zehn Badeseen der Region locken mit mehr als kühlem Nass

Die Wasserqualität der Badeseen in der Region ist gut. In ganz Hessen gibt es aktuell bei den Badeseen keine Bedenken. Die Wasserqualität der 61 Binnenseen sei durchweg gut, sagte Thomas Ott vom hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Das hätten die ersten Wasserproben zum Start der Badesaison ergeben, die zwischen April und Juni genommen wurden.

Es habe in der aktuellen Saison eben auch einige Tage unter 25 Grad gegeben – das sei die Schwelle, ab der Betreiber „Dellen“ bei den Besucherzahlen bemerkten. Die Stadt Darmstadt will nach eigener Darstellung erst Anfang September eine Saisonbilanz vorlegen.

Neuer hessischer Temperaturrekord

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach wurden in Hessen in den Monaten Juni bis August durchschnittlich 19,1 Grad gemessen. Das waren 2,9 Grad mehr als der Vergleichswert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.

Am 25. Juli wurde zudem im Frankfurter Westend mit 40,2 Grad ein neuer hessischer Temperaturrekord aufgestellt. Die Sonnenscheindauer lag mit 770 Stunden deutlich höher als im langjährigen Vergleich (586 Stunden).

Mehr Details zu der Bilanz der Freibäder in der Region lesen Sie am Mittwoch in einem ausführlicheren Bericht in der gedruckten Ausgabe der Fuldaer Zeitung sowie in der digitalen E-Paper-Ausgabe der Fuldaer Zeitung. / dpa, dan, sar

34,4 Grad! Juni-Rekord für Fulda gebrochen

34,4 Grad warm ist es am Mittwoch um 17 Uhr in Fulda gewesen. Damit wurde der bisherige Juni-Rekord (34,3 Grad) in Fulda geknackt. Zuvor waren laut Wetterdienst in Coschen an der deutsch-polnischen Grenze 38,6 Grad gemessen worden: Juni-Rekord für Deutschland.