Fulda des Jahres 1727: Rotary Club übergibt Bronzemodell an Stadt

12. Juni 2018
Fulda

Wie sah die Stadt Fulda 1727 aus? Das können ab sofort Einheimische und Touristen auf dem Universitätsplatz sehen. Der Rotary Club Fulda hat am gestrigen Montag ein Bronzemodell, das die Stadt in einem Maßstab von 1:1000 zeigt, an Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Bürgermeister Dag Wehner (beide CDU) und Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) übergeben.

Von unserem Redaktionsmitglied Jacqueline Kleinhans

Die Geschichte der Stadt begreif- und erlebbar machen: Das ist das Ziel des Rotary Clubs Fulda. „Wir hatten die Idee, – anlässlich des Stadtjubiläums im kommenden Jahr – etwas Bleibendes an die Stadt zu spenden. Unser gemeinnütziges Projekt ist das Bronzemodell“, erklärte Andreas Staubauch, Präsident des Rotary Clubs Fulda.

Herausgekommen ist ein 100-Kilogramm-Modell, das auf einem 3,5 Tonnen schweren Stein verankert ist. Direkt an der Rabanusstraße können sich Bürger und Besucher ein Bild davon machen, wie Fuldas Innenstadt vor rund 300 Jahren aussah. „Dort, wo heute die Rabanusstraße entlangführt, war damals der Stadtgraben“, sagte Staubach.

Grundlage für den 40 000 Euro teuren Nachbau ist der Jestaedt-Plan von 1727 – der älteste Stadtplan, den es von Fulda gibt. Das 1,30 Meter mal 1,10 Meter große Modell hat Modellbauer Thomas Nadler erstellt. „Zudem haben wir eng mit dem Kulturamt, dem Stadtarchiv und der Baudenkmalpflege sowie Natursteinmetz Hartmann zusammengearbeitet“, erzählte der Rotary-Präsident.

Fulda des Jahres 1727: Rotary Club übergibt Bronzemodell an Stadt

Um einen geeigneten Platz für das Modell zu finden, haben sich im vergangenen Jahr Vertreter der Stadt und des Rotary Clubs bei einem Rundgang getroffen. „Der Uniplatz ist ein stark frequentierter Ort, an dem das Modell jedem ins Auge fällt“, so Staubach. Davon überzeugt ist auch OB Heiko Wingenfeld, der gestern gespannt auf das Ergebnis war. „Von der Idee eines historischen Stadtmodells war ich sofort begeistert“, sagte er. Ziel des Stadtjubiläums solle es auch werden, Geschichte erlebbar zu machen – und genau das sei mit der Nachbildungen möglich. „Unsere Gebäude vermitteln Identität. Die Identifikation mit der Stadt muss man bei den Bürgern vorantreiben“, erklärte der OB. Das Modell helfe, ein Gespür für die Geschichte der Stadt zu bekommen.

„Kindern die Historie ihrer Stadt anhand des Modells zu erklären, ist besser als jedes Geschichtsbuch“, sagte Dr. Thomas Heiler, Leiter des Stadtarchivs. Um zu sehen, welche Straßen auf dem Modell abgebildet sind, soll demnächst noch eine Tafel aufgestellt werden.

Dass der Rotary Club Fulda etwas für die Stadt tut, in der er beheimatet ist, freute auch Dirk Freytag, Governor des Rotary-Districts 1820. „In seiner Stadt etwas Sichtbares und Nachhaltiges tun – das ist identitätsstiftend“, sagte Freytag.