Fuldaer Bischof missfällt sein Bischofssitz: «Eine Zumutung»

15. Oktober 2013
Fulda

Der Fuldaer Bischof Heinz-Josef Algermissen (70) muss wider Willen in barockem Luxus leben. «Für mich ist es eine Zumutung, darin zu wohnen», sagte der Oberhirte am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa mit Blick auf seinen großen Bischofssitz nahe dem Dom.

Auf 174 Quadratmetern Wohnfläche zu residieren, sei «natürlich nicht zeitgemäß. Der ganze Komplex ist ziemlich groß.» Er würde viel lieber in einer kleineren Dienstwohnung leben mit etwa 110 Quadratmetern. «Das ist mehr als ausreichend. Aber ich brauche halt viel Platz für meine Bücher», erklärte er.

In Fulda habe es Tradition, dass die Bischöfe in dem Haus Michaelsberg 1 wohnten, sagte Algermissen. Das Palais werde seit rund 200 Jahren als Bischofssitz genutzt. Algermissen muss dort gut zu Fuß sein: «Wenn ich im Schlafzimmer bin und im Wohnzimmer etwas vergessen habe, muss ich 50 Meter gehen.» In den weitläufigen, offenen Räumen sei nichts abgeschlossen. «Man hat überhaupt keine Privatsphäre.»

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