Fünf Minuten, die Leben retten: Typisierungsaktion auf dem Gesundheitstag

02. Februar 2019
Fulda

Martin aus Fulda, dreifacher Familienvater, ist an Leukämie erkrankt. Eine Stammzellspende kann sein Leben retten. Am Stand des Gesundheitsnetzes Osthessen (GNO) besteht auf dem Gesundheitstag die Möglichkeit einer Typisierung.

Von unserem Redaktionsmitglied Corinna Hiss

Eine Stammzellspende ist oft der letzte Ausweg, um Menschen zu retten, die an Blutkrebs erkrankt sind. Auch der Fuldaer Martin braucht sie. Seitdem vor einigen Wochen bekannt wurde, dass der dreifache Familienvater Hilfe braucht, ist der Zusammenhalt in der Region groß.

Eigentlich gibt es eine große Typisierungsaktion am Donnerstag, 7. Februar, von 15 bis 19 Uhr in der Aula des Marianums Fulda, Brüder-Grimm-Straße 1. Einen Tag davor, am Mittwoch, 6. Februar, lädt die Freiherr-vom-Stein-Schule von 10.40 bis 12.15 Uhr in die Turnhallenaula der Schule ein. Doch das soll nicht genug sein, weswegen auch auf dem Gesundheitstag eine Typisierung möglich ist.

Dabei geht es darum, dass sich möglichst viele Menschen bei der Deutschen Knochenmarksspende (DKMS) registrieren lassen. Dieses mittlerweile weltweite Netzwerk hilft Leukämiekranken, einen sogenannten „genetischen Zwilling“ zu finden, der für die oft so lebenswichtige Stammzellspende infrage kommt.

„Dass wir auf dem Gesundheitstag eine Typisierung durchführen, wurde relativ spontan entschieden“, berichtet Markus Pötz, Leiter der Pestalozzischule und ein Freund von Martin. Einer der Freiwilligen aus dem Organisationsteam hat den Kontakt zum GNO hergestellt. Der Stand zur Typisierung befindet sich direkt hinter dem GNO-Stand in der Esperantohalle. Er besteht eigentlich nur aus einem Tisch, ein paar Flyern – und Wattestäbchen. Denn genau darauf kommt es an. „Hier muss keiner Blut abgenommen bekommen“, verspricht Pötz. Vielmehr erfolgt die Typisierung dadurch, dass drei Wattestäbchen jeweils eine Minute lang in die Wangenschleimhaut gehalten werden. Die dadurch gewonnenen Zellen werden von der DKMS im Labor analysiert und in einer digitalen Kartei registriert.

Weil die Registrierung jeder neuen Spende die gemeinnützige Organisation 35 Euro kostet und nur ein geringer Teil davon von den Krankenkassen übernommen werde, sei es wichtig, auch Geld zu spenden. „Jeder Euro zählt“, sagt Pötz. Auf dem Gesundheitstag, den das GNO kostenlos anbietet, wird daher auch für die DKMS gesammelt.

Die Organisationen sind mit der Resonanz auf dem Gesundheitstag zufrieden. „Es sind fünf Minuten, die Leben retten können“, sagt er.

Alltagshilfen und Innovationen: Hochschule Fulda erstmals auf dem Gesundheitstag

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Der siebte Osthessische Gesundheitstag läuft seit 10 Uhr. Zahlreiche Besucher nutzen die Gelegenheit, um sich bei den rund 80 Ausstellern in der Esperantohalle zu informieren. Wer noch nicht dort war, kann das bis 18 Uhr nachholen.