Für Bischof Gerber geht’s nach Ostern in die frühere Heimat

20. April 2019
Fulda

Drei Wochen nach seiner Amtseinführung feiert Bischof Dr. Michael Gerber das erste Osterfest im Bistum Fulda. Welche Bedeutung Ostern für ihn hat, wie er die Tage verbringt und wann er seine Predigten schreibt, berichtet er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Von unserem Redaktionmitglied Daniela Petersen

„Ich bin eher jemand, der Predigten kurzfristig schreibt. Das hat vielleicht etwas mit Zeitmanagement zu tun“, erklärt Bischof Gerber mit einem Lächeln und fügt hinzu: „aber auch ein Stück weit mit Aktualität.“ Eines ist für ihn schon jetzt sicher: In seinen Worten an Ostern wird es auch um den Brand von Notre-Dame gehen. „Als ich die ersten Bilder von dem Feuer gesehen habe, habe ich es nicht geglaubt. Nicht zu wissen, was die Ausmaße sind, hat mich bestürzt.“ Er habe viele Erinnerungen an Notre-Dame. „Ich war mehrmals dort, zuletzt vor eineinhalb Jahren. Es ist für mich persönlich eine besondere Kirche und objektiv betrachtet eine der wichtigsten Kirchen der Menschheit.“ Sofort habe er an die Menschen im Erzbistum Paris gedacht und wie sie nun Ostern feiern.

Für ihn ist Ostern das zentrale Fest der Christenheit. „Als Christen verstehen wir unser Leben von Ostern her. In der Apostelgeschichte wird deutlich: Das, was wir feiern, Tod und Auferstehung Jesu, war etwas, das die Frauen und Männer von damals sehr geprägt hat – etwas, auf dessen Hintergrund sie ihre eigenen Erfahrungen gedeutet haben.“

Dass Ostern mitunter ein Fest des Kommerzes ist, sei der „Dynamik unserer Zeit“ geschuldet. „Die Grundaufgabe von Kirche ist es, immer wieder deutlich zu machen, welche Relevanz Ostern hat.“ Für Gerber hat der Glaube an die Auferstehung große „gesellschaftliche Relevanz“: „Wir erleben auf vielen Ebenen Umbrüche. Die Gefahr ist, dass allzu einfache Antworten angeboten werden, sowohl politisch als auch religiös. Es ist ja die große Stunde der Vereinfacher. Davon müssen wir uns abgrenzen. Der Osterglaube kann uns dabei helfen, selbst zu einer Haltung zu finden.“

In der Woche nach Ostern bricht er in seine alte Heimat auf. Denn dort steht für ihn ein besonderer Gottesdienst an: „Meine jüngste Nichte geht zur Kommunion, und da werde ich am Weißen Sonntag den Gottesdienst in Oberkirch übernehmen. Das habe ich versprochen, und es entlastet auch den Pfarrer dort, der in den nächsten Wochen gleich mehrere Erstkommuniongottesdienste hält.“

Das Pontifikalamt am Ostersonntag findet um 10 Uhr im Fuldaer Dom statt. Es singt der Domchor. Bischof Gerber erteilt den päpstlichen Segen.

Mehr zu Bischof Gerber und dem Osterfest lesen Sie am Samstag in einem ausführlicheren Bericht in der gedruckten Ausgabe der Fuldaer Zeitung sowie in der digitalen E-Paper-Ausgabe.