Goodyear baut Jobs ab: Gemischte Gefühle bei Politik und IHK in Fulda

25. September 2019
FULDA

Goodyear hat die schlechte Nachricht etwas abgemildert – statt der angekündigten 490 werden „nur“ 450 Jobs im Werk Fulda abgebaut –, doch es bleibt einer der größten Jobverluste seit dem Krieg. Politik und Wirtschaft reagieren mit Sorge, aber auch Hoffnung, denn die Firma investiert zugleich.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Goodyear will 113 Millionen Euro in den Umbau seiner Werke investieren: 40 Millionen Euro in Fulda, 73 Millionen in Hanau, wie die Firma unserer Zeitung erklärt. Die Investition soll die Standorte konkurrenzfähiger machen. Verbunden damit ist der Abbau von 450 Arbeitsplätzen in Fulda und 600 in Hanau. Das wurde am Dienstag bekannt.

Die Entlassungen sollen 2020 beginnen. Die meisten Jobs werden 2021 abgebaut.

IHK: Schlechte Nachricht für Arbeitnehmer

„Der Abbau ist eine schlechte Nachricht für die Arbeitnehmer und den Standort“, sagt Stefan Schunck, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda. Er gehe davon aus, dass der Abbau so sozialverträglich wie möglich erfolge. Gut seien aber die angekündigten hohen Investitionen in den Standort. „Diese Investition in das Werk ist eine gute Nachricht. Sie zeigt, dass der Standort nicht gefährdet ist, sondern dass Goodyear die Werke in Fulda und Hanau fit für die Zukunft machen will.“

Angesichts des Fachkräftemangels sei er optimistisch, dass die entlassenen Mitarbeiter wieder Arbeit finden: „Wenn auch vielleicht nicht sofort und vielleicht nicht in Fulda.“

OB hofft auf Sicherung des Standorts

Ähnlich äußert sich OB Dr. Heiko Wingenfeld (CDU): Der Stellenabbau bleibe ein schmerzhafter Einschnitt für die betroffenen Mitarbeiter. „Allerdings konnten wir in den Gesprächen der vergangenen Monate nachhaltig den Eindruck gewinnen, dass die im Unternehmen beschlossenen Investitionen dazu beitragen werden, dass der Standort Fulda langfristig gesichert und gut für die Zukunft aufgestellt wird“, sagt der OB.

Wie die Arbeitsagentur in Fulda auf den Stellenabbau reagiert und welche Perspektiven die Behörde für die betroffenen Mitarbeiter sieht, das lesen Sie in der Donnerstagausgabe der Fuldaer Zeitung, im E-Paper sowie als Abonnent bereits heute ab 19 Uhr im Bereich „Premium“ in der FZ-App.

Goodyear einigt sich mit Mitarbeitern auf Stellenabbau in Fulda und Hanau

Goodyear hatte im März angekündigt, Stellen in den Werken in Fulda und Hanau abzubauen. Damals war von 1100 Stellen die Rede, davon 490 in Fulda und 610 in Hanau. Nun einigte sich das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern auf 1050 Arbeitsplätze, die in beiden Werken abgebaut werden - 600 in Hanau und 450 am Standort Fulda.